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Jäger kritisieren weiter Fuchs- Auffangstation

Von SZ-Redakteur Patrick Griesser

Eppelborn. Pfleger Volker Wachs hält das Füchslein, Umweltstaatssekretär Klaus Borger streichelt dem fünf Wochen alten Winzling übers Fell, im Hintergrund die sechs Gehege der Wildtierauffangstation in Eppelborn – Klick macht die Nikon des Fotografen. Klick. Klick. „Ist das das richtige Bild?“, fragt die Sprecherin des Umweltministeriums mitten in die Szene. Es ist zumindest ein Bild, das für Diskussionen sorgen dürfte. Das Foto vom zutraulichen Fuchsweibchen und dem Grünen-Politiker Borger bietet den Kritikern der Auffangstation auf den ersten Blick Stoff für weitere Attacken.

Auf Menschen fehlgeprägte Wildtiere – das ist ein Vorwurf, den Jäger den Unterstützern der Auffangstation machen.
Die Fronten sind klar. Tierschützer sowie die Ministeriumsspitze mit Borger als ehemaligem Chef des Ökologischen Jagdverbandes stellen sich schützend vor die Wildtierauffangstation, wo 2011 bislang 20 Füchse gepäppelt wurden. Auch weil es „eine erhöhte Sensibilität für unsere Mitgeschöpfe gibt“, sagt Borger. Der Vorsitzende der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS), Andreas Schober spricht dagegen von Tierquälerei, wenn er die Arbeit in Eppelborn bewertet. Vom Menschen aufgezogene Jungfüchse seien dem Tod geweiht, weil sie nicht mit der Überlebensfähigkeit der Wildtiere mithalten könnten.

 Hartmann Jenal, Tierschützer, Jagdgegner und Helfer in der Tierauffangstation sorgt für das wenige Füchslein.  Eine dauerhafte Prägung für die Tiere erwarten weder Saarforst-Mitarbeiter Wachs noch er.



 Drei Fuchswelpen sind in diesen Tagen samt Muttertier nahe Lisdorf erschossen worden – in der neu eingeführten und umstrittenen Schonzeit. Von 15. Februar bis 15. August darf der Fuchs im Land nicht gejagt werden. Ein weiteres totes Tier sei in Homburg gefunden worden, sagt Borger. „Sehr bedenklich“ findet er die Entwicklung. Die Mitarbeiter der Station und den Politiker eint die Bestürzung über „diese Straftat“.

Während sie mutmaßen, wer wohl auf welche Weise die Füchse erlegt hat, diskutiert in Saarbrücken das Kabinett über das neue Jagdgesetz. Morgen soll es nach monatelangen Beratungen und viel Kritik vorgestellt werden. Vor allem in den Reihen der etwa 3000 VJS-Jäger gibt es erheblichen Widerstand – seinen Ausdruck wird der wohl auch beim VJS-Jägertag am Samstag finden.

Scharfe Angriffe und Absolutheitsansspruch sind beiden Seiten in ihren Diskussionen nicht fremd. Wohl deshalb mahnt der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Gerhard Jene, Sprecher für Jagdpolitik, aktuell eine „sofortigeVersachlichung der Diskussion“ an. Polemik helfe weder dem Fuchs noch der Tierschutzstiftung oder den Jägern: „Ein konstruktiver Dialog im Sinne unserer wild lebenden Tiere ist längst überfällig.“

Diskussionsstoff wird wohl auch eine 80.000 Euro teure Erweiterung der Auffangstation liefern. Ab Herbst sollen drei weitere Gehege für Füchse oder Rehe gebaut werden und Platz für bis zu 120 Igel bieten, erläutert Joachim Gerstner, Referatsleiter im Ministerium.

Das Füchslein vom Fototermin soll bis dahin ausgewildert sein. Tierschützer Jenal ist zuversichtlich, dass das klappt. Der Fuchs werde in Freiheit noch drei Monate an der Auswilderungsstation betreut, bis es für sich alleine sorgen könne. Jenal rät jedoch generell, scheinbar in Not geratene Wildtiere nicht einfach aus dem Wald mitzunehmen, sondern sich einen halben Tag Zeit zu lassen und sie aus der Distanz zu beobachten. Oft würden Eltern, so sie noch leben, die Jungen selbst versorgen.

Das Notruf-Handy der Wildtierauffangstation (01.51) 18.48.98.08.
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