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Jägersburger Brückweiher: 1. Mai wurde wieder mit viel Alkohol gefeiert

Die Flaschengeister, die so mancher Feierer gestern am Jägersburger Brückweiher rief, waren auch in diesem Jahr für den einen oder anderen mehr Fluch als Segen. Foto: Thorsten Wolf

Die Flaschengeister, die so mancher Feierer gestern am Jägersburger Brückweiher rief, waren auch in diesem Jahr für den einen oder anderen mehr Fluch als Segen. Foto: Thorsten Wolf

Die Maifeier am Jägersburger Brückweiher zeigte auch in diesem Jahr wieder ihre zwei Gesichter: War es bis 16 Uhr am Freitagnachmittag relativ ruhig und eher party-lastig, wendete sich danach das Blatt. Innerhalb kürzester Zeit mussten zwei Besucher aufgrund zu hohen Alkoholgenusses vom Notarzt behandelt und in der Folge ans Uniklinikum in Homburg gebracht werden. Zeitgleich meldeten zwei junge Männer einen Freund als vermisst - Beamte der Polizei leiteten die Suche ein. Insgesamt 25 Mal mussten die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes unter der Leitung von Wolfgang Rech eingreifen: Elf Mal hatten meist jugendliche Feierer zu tief in die Flasche geschaut, 14 Mal ging es um Verletzungen aller Art. Für Rech selbst ein Szenario, das seit vielen Jahren traurige Tradition am Brückweiher hat. „In Sachen Personaleinsatz fahren wir das Konzept der vergangenen Jahre. Einfach, weil wir bei diesem Wetter nicht abschätzen können, was kommt und was nicht kommt.“ Das Phänomen, das Rech so ansprach: In den vergangenen Jahren hatten sich gerade die regenbedingt schlecht besuchten Maifeiern in Jägersburg als sehr einsatzintensiv erwiesen, „bei diesem Wetter kommen halt vor allem die, denen es ums trinken geht“.

Diesen besonderen Charakter von Regen-Maifeiern bestätigte auch Hauptkommissar Wolfgang Bach, Einsatzleiter der Polizei . Zwar spiele das Wetter den Sicherheitskräften rein vom Aufkommen der Besucher in die Hände und man könne auch grundsätzlich davon sprechen, dass es ein etwas ruhigerer erster Mai in Jägersburg sei, allerdings fehle der „Puffer“ von Besuchern, denen es mehr ums Feiern und weniger ums Trinken gehe. Doch in der Summe kann man wohl sagen: Ganz so schlimm wie in manch vergangenem Jahr war es 2015 nicht. Dafür sorgte die im Vergleich zum Besucheraufkommen konstant hohe Präsenz von Polizei und städtischem Ordnungsamt, deren Beamte und Mitarbeiter permanent auf der Feier-Wiese und in deren Umfeld unterwegs waren, um frühzeitig Opfer zu hohen Alkoholkonsums aufzuspüren und beginnende Streitereien gleich im Keim zu ersticken.

Doch auch wenn man in diesem Jahr erneut an einem wirklich schweren Unfall, einer Alkoholvergiftung mit ernsten Konsequenzen und anderen denkbar üblen Szenarien wohl verschont geblieben ist, muss man die Frage stellen: Kann eine Stadt auf Dauer eine solche Veranstaltung mit so hohem Gefährdungspotenzial dulden? Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind machte da klar, dass es auch um Selbstverantwortung der Teilnehmer gehe. Zudem habe man ein umfangreiches Sicherheitskonzept, das ein schnelles Eingreifen in der Regel sicherstelle. „Wir versuchen also schon, hier das Schlimmste zu verhindern.“ Und: Man werde, so die Alternative zum kompletten Sperren der Wiese am 1. Mai, den Tag für die Besucher weiter „unattraktiver machen“, so der OB. „Aber bei einem sollten wir uns nichts vormachen: Zu vermeiden, dass sich Jugendliche hier 'wegbeamen', das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht von der Stadt alleine und nicht von heute auf morgen zu lösen ist.“
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