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Jagd auf das letzte Grün: Auktionsgewinner holen Pflanzen des Botanischen Garten ab

Die Pflanzen verschwinden nach und nach aus dem Botaischen Garten.

Die Pflanzen verschwinden nach und nach aus dem Botaischen Garten.

Klaus Trenz wühlt mit seinen Händen im Dreck, versucht, die Wurzeln der Uncarina Sakalava, einem Strauch, der aus Madagaskar stammt, freizulegen. Die knapp 1,50 Meter große Pflanze steht in Haus vier des Saarbrücker Botanischen Gartens und soll heute ihre letzte Reise antreten – zu Pflanzen-Liebhaber Trenz nach Hause. Der 71-Jährige ist einer der Glücklichen, der sich Pflanzen des Botanischen Gartens an der Saar-Uni, der seit dem 1. April geschlossen ist, sichern konnte. In den kommenden Tagen sollen bis zu 120 Leute über 1000 Pflanzen ausgraben. Sie haben diese im Vorfeld bei einer Auktion ersteigert. Fünf bis sechs Pflanzen wurden pro Person ersteigert. Die teuerste Pflanze: ein kanarischer Drachenbaum. „Der ging für 330 Euro weg“, sagt Organisator Maximilian Zitzke. Wie viel Geld insgesamt zusammengekommen ist, könne er noch nicht sagen. Durchschnittlich koste eine Pflanze um die zehn Euro. „Es kommt darauf an, ob auch alle Pflanzen abgeholt werden“, sagt Zitzke. Was mit dem Geld passiert, ist noch unklar, das entscheidet das Uni-Präsidium.

 

Trenz hat bei der Auktion gleich acht Mal punkten können. Pflicht für den Pflanzennarr: „Ich war 45 Jahre fast jeden Monat hier, da wollte ich auch ein paar Erinnerungsstücke“, sagt er. Nur wenige Meter entfernt gräbt Stephan Maas mit seiner Schaufel einen Farn aus. „Ich habe 16 Stück ersteigert, überwiegend mediterrane Pflanzen“, sagt der 60-Jährige. Er könne es immer noch nicht fassen, dass der Garten schließt. „Es hat mich hart getroffen. Ich habe an der Uni Biologie studiert und war hier immer wieder zu Gast.“ Ähnlich geht es Andreas Gritsch und Sohn Lucas. Als „total unnötig“ bezeichnet der 49-Jährige die Schließung. Unter anderem sollen ein Mangobaum, ein Lorbeerstrauch sowie ein Johannisbrotbaum heute mit ihnen nach Hause.

 

Bis Mittwoch haben die Auktionsgewinner Zeit, die Pflanzen abzuholen, danach wollen Zitzke und seine Helfer eine Bestandsaufnahme machen. Eventuell soll eine weitere Versteigerung oder eine größere Verschenkaktion der Restpflanzen folgen.
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