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Jagdgesetz: Ein Saugatter als Übungsgelände?

Saarbrücken. Der Entwurf für das neue saarländische Jagdgesetz soll noch in diesem Monat in die externe Anhörung kommen. Das sagte Umweltstaatssekretär Klaus Borger jetzt der SZ. Bereits im Vorfeld verursachte die Gesetzesnovelle Diskussionen. Ein umstrittener Punkt ist das im Koalitionsvertrag von CDU, FDP und den Grünen festgelegte Verbot der Jagdhunde-Ausbildung an lebenden Tieren.

Der Ökologische Jagdverband im Saarland (ÖJV) hat sich jüngst über dieses Thema informiert: Nach einem Vortrag über Saugatter auf Initiative des ÖJV spricht sich Verbandschef Wilhelm Bode für solch ein Übungsgelände mit lebenden Wildschweinen aus. Er betont aber, dass dies nicht die Beschlusslage des ÖJV sei, sondern seine persönliche Empfehlung. Er ist sicher, dass es zu keinem „manifesten Tierschmerz“ komme, wenn ein Gattermeister, der Hundeführer und jeweils nur ein Hund in einem etwa zwei Hektar großen Gelände das Aufspüren und Verbellen der Wildschweine üben. Bode beruft sich dabei auf eine wissenschaftliche Untersuchung der Tierärztlichen Universität Hannover. Saugatter seien vornehmlich in den östlichen Bundesländern üblich. Ziel sei es, die Jagdhundeausbildung zu perfektionieren, um bei der Jagd in freier Wildbahn optimale Ergebnisse zu erzielen – dazu zähle auch der Schutz des Hundes. Immer wieder würden Hunde verletzt, die sich zu nahe an ein Wildschwein heranwagen.



Unterstützung für diese Form der Ausbildung erhält der Ökologische Jagdverband vom mitgliederstärksten Jägerverband, der Vereinigung der Jäger des Saarlandes. „Die Arbeit im Saugatter finden wir sinnvoll“, sagt Geschäftsführer Johannes Schorr gegenüber der SZ. Er spricht sich auch dafür aus, die Ausbildung an lebenden Enten und Füchsen ebenfalls weiterhin zu erlauben. Schorr hält das Saugatter für ein geeignetes Instrument, um herauszufinden, ob Hunde für die Schwarzwildjagd geeignet sind. Allerdings spricht er von einem Infrastrukturproblem, Standort und Finanzierung eines solchen Gatters wären unklar. Zudem spreche der Koalitionsvertrag sich gegen diese Ausbildungsform aus.

Für die Landesregierung erklärte Staatssekretär Klaus Borger, selbst ÖJV-Mitglied, dass der Koalitionsvertrag eindeutig sei. Er verweist auf andere Ausbildungsmöglichkeiten, etwa im Jagdbetrieb oder an toten Tieren. Allerdings schloss er eine Prüfung des Saugatters nicht aus. Borger besteht allerdings auf „neutrale Gutachten“. Es werde nur genehmigt, wenn „nachweisbar garantiert wird, dass Leiden, Schmerzen und Stresssituationen ausgeschlossen sind“. Borger vermutet, dass Angriffe von Hunden auf die Wildschweine nicht auszuschließen seien.

Einig sind sich die beiden Verbandsvertreter und der Staatssekretär, dass die Schwarzwild-Population im Saarland extrem hoch sei. Für Borger helfen allerdings nicht besser ausgebildete Hunde, sondern lediglich gut ausgebildete Jäger, um die Abschusszahlen zu erhöhen: „Was hilft es, wenn Hunde noch mehr Wild in Bewegung bringen, wenn die Schützen nicht ausreichend für einen sauberen Schuss geübt sind?“, fragt er und folgert: „Wir brauchen bessere Schützen.“ Staatssekretär Borger kündigte in diesem Zusammenhang an, künftig landesweit einheitliche Standards für den Schießnachweis einzuführen, der vor der Teilnahme an Bewegungsjagden abgelegt werden muss.
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