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Jagdgesetz: Jäger und Naturschützer streiten

Der grüne Umweltstaatssekretär Klaus Borger will in etwa 14 Tagen die anderen Ministerien über seinen Jagdgesetz-Plan informieren. Bereits jetzt blasen Jäger in ihre Hörner, die Naturschützer sammeln sich.

Saarbrücken. Zurzeit befindet sich Umweltstaatssekretär Klaus Borger (Grüne) im Urlaub. In 14 Tagen jedoch dürfte die Erholung bei ihm schnell aufgebraucht sein, denn dann will er seinen Entwurf des neuen Jagdgesetzes den anderen Ministerien präsentieren. Wie die Pressesprecherin des Umweltministeriums, Sabine Schorr, der SZ am Freitag (03.09.2010) auf Anfrage mitteilte, soll der Entwurf nach der Debatte im Kabinett noch vor Weihnachten im Landtag eingebracht werden.

Doch bereits jetzt bringen sich die Interessensverbände in Stellung. Auf der einen Seite die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS), die nach eigenen Angaben mit 3500 Mitgliedern mehr als 90 Prozent der Jäger im Saarland vertritt. Darunter befinden sich viele einflussreiche Kräfte wie Staatsanwälte, Richter, hohe Regierungsbeamte, Politiker und Unternehmer. Auf der anderen Seite formieren sich die Naturschützer, die nach eigenen Angaben 26.000 Saarländer vertreten, viele davon Klientel der Grünen.

Harte Debatte

Und es wird mächtig aus den bekannten Stellungen gefeuert, noch bevor Borger, selbst ein ökologischer Jäger, überhaupt das Revier betreten hat. Unter der provokanten Überschrift „Kann eine Kuh einem Huhn das Eierlegen beibringen?“ ging die VJS „arrivierte saarländische Naturschutzverbände und sektiererische Pseudotierschützer“ hart an: „Wer will, dass die Schwarzwildschäden weiter und dramatisch zunehmen, kann deren Forderung nach Nachtjagdverbot und dem Verbot von Lockmitteln unterstützen. Dann dürfen diese Verbände auch gerne den Landwirten die Wildschäden bezahlen“, teilte die VJS am Freitag auf ihrer Internet-Seite aus.

Weiter heißt es da: „Wer will, dass Hunde trächtige Rehe reißen und bei lebendigem Leib auffressen, kann deren Verbot des Abschusses von wildernden oder verwilderten Haustieren unterstützen.“ VJS-Chef Andreas Schober sagte der SZ, dass sich der Streit ums Jagdgesetz zu einem neuen Stresstest für Jamaika entwickeln könnte. Er rechne aber nicht damit, dass Jamaika daran scheitere, da VJS-Mitglieder, die für CDU oder FDP im Landtag säßen, signalisiert hätten, dem Koalitionszwang zu folgen. „Ich rufe diese Jäger zur Gewissensentscheidung auf“, so Schober.

Schutz für Haustiere
Die Naturschutzverbände unterzeichneten am Freitag in Saarbrücken eine Erklärung, in der sie vom Gesetzgeber fordern: das Verbot des Abschusses von Haustieren, das Verbot der Nachtjagd, das Verbot der Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren und eine Verminderung des „Jagddruckes“ durch eingeschränkte Jagdzeiten.

Wilhelm Bode vom Ökologischen Jagdverband (ÖJV) sagte, endlich könne das Nachwirken des Reichsjagdgesetz des Reichsjägermeisters Hermann Göring beseitigt werden. Nabu-Chef Uli Heintz drückte die Hoffnung aller Unterzeichner aus, dass die vernünftigen Vorschläge von der Jamaika-Koalition aufgegriffen werden. Der gemeinsame Wille von Umwelt- und Tierschützern, Forstbesitzern und Ökojägern sei bundesweit einmalig.




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