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Jan Frodeno kann am Samstag den Ironman auf Hawaii gewinnen

Irgendwie scheint die Sache klar. Für Fans, Experten, Wettbüros und die meisten Konkurrenten kann es am Samstag beim Ironman auf Hawaii nur einen Sieger geben – Jan Frodeno . Der 34-Jährige vom LAZ Saarbrücken ist der ausgemachte Top-Favorit auf den Sieg bei dem legendären Rennen . 3,86 Kilometer Schwimmen im aufgewühlten Pazifik, 180 Kilometer Radfahren durch die sengende Hitze der Lavawüste mit den berüchtigten Ho'o-Mumuku-Winden und einen Marathon noch obendrauf. Es müsste schon mit Teufel zugehen, wenn der erste „Eisenmann“, der nach etwas mehr als acht Stunden Rennzeit als Erster über den berühmten Ali'i Drive Richtung Ziel läuft, nicht Jan Frodeno heißen wird.

Frodeno wird den Ironman 2015 gewinnen – das ist der Tenor der letzten Tage auf Hawaii. Dutzende Interviews muss der Olympiasieger von 2008 derzeit geben. Und bereitwillig gibt „Frodo“ Auskunft über seine Form, seine Ambitionen, seine Aussichten – und er nimmt die Favoritenrolle an. „Natürlich will ich Geschichte schreiben“, sagt Frodeno. Bei einem Sieg würde er als erster Olympiasieger über die Kurzdistanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen) seine Goldmedaille mit dem WM-Titel auf der Langdistanz veredeln.

Dafür hat Frodeno geschuftet wie nie zuvor, akribisch an allen drei Disziplinen gefeilt. „Wenn du dir tagtäglich den Arsch aufreißt, dann willst du ja nicht Zehnter werden“, sagt er. Vor allem auf dem Rad, der großen Stärke seines größten Konkurrenten und Titelverteidigers Sebastian Kienle, hat er sich verbessert. Stundenlang saß er auf seinem Vollrenner im Windkanal, um die beste aerodynamische Position herauszufinden. Mit Erfolg, wie vor allem Frodenos Auftritt beim Ironman Europe in Frankfurt im Juli bewies. Da blies er die Konkurrenz förmlich weg und fuhr einen nie dagewesenen Streckenrekord – übrigens bei fast 40 Grad Celsius. Gut 4:09 Stunden brauchte Frodeno nur für die 180 Kilometer. „Was Frodeno und Kienle auf dem Rad bieten, ist wie bei der Tour de France“, sagt Craig Alexander. Der Australier weiß, wovon er spricht – er gewann auf Hawaii in den Jahren 2008, 2009 und 2011.

„Ich will gewinnen“, sagt Frodeno bestimmt – aber er ist lange genug dabei, um zu wissen, dass der Sieg trotz seiner überragenden Form alles andere als ein Selbstläufer wird. Gerade auf Hawaii spielten sich Dramen ab, die dieses Rennen zu einem der mythischsten Sport-Wettbewerbe der Geschichte gemacht haben. Er selbst erlebte im vergangenen Jahr ein solches Drama. Bei seiner Premiere lieferte Frodeno eine herausragende Leistung ab, hatte aber einen Defekt auf dem Rad, der ihn sechs Minuten kostete, und kassierte zusätzlich vier Minuten Zeitstrafe, weil er sich nach der Reparatur falsch einfädelte. Trotzdem wurde Frodeno Dritter – und hatte im Ziel nur gut sechs Minuten Rückstand auf Kienle. Er habe damals fünf Stunden nach dem Rennen diesen Wettkampf verflucht und sich „in Selbstmitleid ergossen“, sagte Frodeno in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“, aber schnell seinen Frieden damit gemacht. „Ich habe beschlossen, dass ich das Rennen niemals hinterfragen werde. Was wäre wenn – das bringt nichts. Meine eigene Leistung passte ja.“

Dass Gott und die Welt ihn als den großen Top-Favoriten ansieht, hat Frodeno angenommen. Aber auch wenn er weiß, dass er ganz oben stehen kann – mit dem Sieg an sich will er sich nicht beschäftigen. „Unter uns Sportlern wissen wir, dass jeder Tag ein neuer ist und wir uns mit der Tagesform auseinandersetzen müssen“, sagt Frodeno. Er weiß, dass er an die Grenze – und vermutlich darüber hinaus – gehen muss. Aber diese Leidensfähigkeit bringt er mit wie kaum ein Zweiter. „Ich kenne nur wenige wie Jan, die sich im Training so quälen“, sagt Titelverteidiger Kienle, „noch härter zu arbeiten und zu trainieren als er, um ihn zu schlagen, ist nicht möglich“. Und genau deswegen könnte Frodeno am Samstag tatsächlich als Erster auf dem Ali'i Drive auftauchen und Geschichte schreiben.
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