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Jan Frodeno wechselt zum LAZ Saarbrücken

Saarbrücken. Jan Frodeno hat drei Probleme. Und alle drei hängen irgendwie miteinander zusammen. Problem Nummer eins: Der 29-jährige Triathlet will unbedingt der erste Olympiasieger sein, der zugleich auch den Weltmeister-Titel inne hat. Problem Nummer zwei: „Frodo“ hat im Wettkampf Schwierigkeiten, wenn es kalt ist – so wie beim WM-Finale in Budapest vor wenigen Wochen, als er als Führender der WM-Gesamtwertung ins Rennen ging, aber mit den Temperaturen um 15 Grad Celsius nicht klar kam und auf der abschließenden Laufstrecke seinen Traum vom Titel begraben musste.

Problem Nummer drei: luftige Höhen. „Ich habe Höhenangst. Das hier geht eigentlich gar nicht“, sagte Frodeno gestern, als er auf dem Dach des Diskonto-Hochhauses in Saarbrücken stand und über die Landeshauptstadt blickte. Der Wind blies heftig, und insofern hatte es durchaus etwas von Problem-Bewältigung, dass Frodeno ausgerechnet auf dem höchsten Hochhaus Saarbrückens zur Pressekonferenz geladen hatte, um ein paar Neuigkeiten zu verkünden.

Dick eingepackt, saß der Sieger der Olympischen Spiele 2008 von Peking auf einer extra auf das Dach verfrachteten Couch und erzählte von der „schweren Zeit“ nach Budapest – und von der „tiefen Fallhöhe, die ich mir erarbeitet habe“. Aber mittlerweile hat er einen Haken an den schwärzesten Tag seiner Karriere gemacht – auch, „weil ich unglaublich viel Zuspruch von so vielen Menschen hier bekommen habe“.



Saarbrücken ist nun Frodos Heimat

Mit „hier“ meint Frodeno Saarbrücken. „Die Stadt ist zu meiner Heimat geworden“, gab der in Köln geborene und in Südafrika aufgewachsene Frodeno zu, „hier fühle ich mich Zuhause“. Und weil er sich hier Zuhause fühlt, machte er gestern Nägel mit Köpfen und gab seinen Wechsel zum Leichtathletik-Zentrum (LAZ) Saarbrücken bekannt, das erst vor zwei Monaten gegründet wurde. Bislang war Frodeno für Tri Sport Saar Hochwald gestartet. Der jetzige Wechsel hat mehrere Gründe. „Wir wollen Triathlon in Saarbrücken pushen“, sagt Frodeno, „ich möchte mithelfen, im LAZ eine Triathlon-Abteilung aufzubauen, und meinem Sport in Saarbrücken eine Heimat bieten“.

Achim Hachenthal, der Vorsitzende des LAZ, hat Frodeno vor fünf Jahren „auf dem Sportplatz“ kennen gelernt. Die Beweggründe, mit Frodeno den derzeit wohl prominentesten Saarsportler zu verpflichten, erklärt Hachenthal damit, „unseren Athleten ein breites sportliches Spektrum anzubieten und mehr Abwechslung in unseren Trainingsbetrieb zu bringen“. Der Wechsel von Frodeno kostet das LAZ übrigens keinen Cent. „Es fließt kein Euro“, bestätigt Frodeno, „das ist eine Herzensangelegenheit. Ich bin Saarbrücker.“

Doch so sehr Saarbrücken auch zur Heimat geworden ist – jetzt geht es für Frodeno erst einmal ins Warme. Nachdem er sich vom Dach des Hochhauses wieder auf festen Boden in der Saarbrücker Bahnhofsstraße begeben hatte, machte sich der 29-Jährige auf den Weg nach Südafrika, wo er sich in den nächsten vier Monaten auf die neue Saison vorbereiten wird. Wären also zwei seiner drei Probleme schon mal gelöst...
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