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Jeder Vierte haut in Saarbrücken nach Unfall ab

Symbolfoto

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„Autofahrer rammt Kind, fährt das Kind in eine Klinik und verschwindet.“ Das stand über dem SZ-Artikel zur spektakulärsten Fahrerflucht 2014 in Saarbrücken . Am Kreisel Bismarckbrücke hatte am 8. Januar ein Kleinwagen einen 13-Jährigen gerammt, der an der Ampel die Fahrbahn überquerte. Das Auto schleuderte ihn auf die Straße. Das Kind erlitt Verletzungen im Gesicht, an den Händen sowie am rechten Unterschenkel – und blutete aus Nase und Mund. Die Autoinsassen nahmen den Jungen mit, fuhren aber erst zu einem Uhrengeschäft und danach zu einer Klinik. Dort setzten sie das Kind ab – und fuhren einfach davon. Nachdem die Saarbrücker Zeitung einen Zeugenaufruf der Polizei veröffentlicht hatte, stellte sich der Unfallverursacher.

Allein in St. Johann gab es voriges Jahr 603 Fälle von Fahrerflucht. Bei 2678 Unfällen im Zuständigkeitsbereich der Inspektion St. Johann in der Karcherstraße (St. Johann einschließlich Eschberg) machte sich also fast jeder vierte Verursacher aus dem Staub. Viele entgingen dennoch den Konsequenzen nicht bis hin zum Führerscheinentzug und zum Gerichtsverfahren. 246 Fälle klärte die Polizei .

Zum Vergleich: 2013 gab es im PI-Bereich St. Johann 2726 Unfälle. 625 Verursacher flohen. Die Ermittler erwischten 256. Die PI hat Experten, die schon von kleinen Spuren, seien es Lackreste oder Fahrzeugteile, viel über das Auto des Verursachers erfahren. Bertram Stoll, einer der Verkehrsexperten der PI, appelliert an alle, die einen Unfall verursachen: dableiben und Bescheid sagen.

Zu viele hätten keine Ahnung, wie lange sie warten müssen. Deshalb seien sie zu früh verschwunden. Daher rät Stoll Verursachern, sie sollten auf Nummer sicher gehen und der Polizei Bescheid sagen. „Nach jedem Unfall haben Beteiligte die Möglichkeit, uns hinzuzuziehen. Die Polizei kommt immer, erklärt das weitere Vorgehen und sichert den Personalienaustausch.“

Mit Unwissenheit am Steuer hat eine der Unfallursachen zu tun, die Verkehrsuntüchtigkeit, sei es durch Alkohol, andere Drogen oder – weit seltener – durch Übermüdung.

Verkehrsuntüchtigkeit spielte voriges Jahr bei 79 Unfällen eine Rolle, gut doppelt so oft wie 2013 (39 Unfälle). Dabei ist die Reaktionsfähigkeit schneller getrübt, als die meisten ahnen. Bei einem Unfall hätten bereits Blutalkoholwerte von 0,3 Promille weitreichende Folgen, sagt Stolls Kollege Andreas Spaniol. Hier beginne die „relative Fahruntüchtigkeit“.

Das heißt: Wer mit dieser Alkoholkonzentration einen schweren Fahrfehler macht oder in einen Unfall verwickelt wird, kann sich auf Ärger mit der Polizei , mit der Justiz und mit seiner Versicherung gefasst machen. Spaniol hatte es schon mit vielen Fahrern zu tun, die ihre Grenzen einfach nicht wahrhaben wollten. Bis zum Unfall. „Es knallt eben früher, als man denkt.“
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