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Jetzt doch: Aus für Kokerei Carling

Auch in den vergangenen zwei Wochen hat die Rogesa für die Kokerei Carling keinen Käufer gefunden. Damit ist die letzte Frist abgelaufen, die Anlage wird stillgelegt. Heute werden die Mitarbeiter informiert.

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Saarbrücken.
Die Roheisengesellschaft Saar (Rogesa) hat für die Kokerei Carling keinen Käufer gefunden. Das bestätigte gestern Ute Engel, Sprecherin der Dillinger Hütte. Die Dilliger Hütte ist gemeinsam mit der Saarstahl AG Eigner der Kokerei im lothringischen Carling. Die logische Folge ist nun, dass die Anlage in den kommenden Tagen heruntergefahren wird. Das wollte Engel zwar nicht bestätigen, doch genau diesen Plan hatte die Dillinger Hütte bereits vor zwei Wochen vorgestellt. Schon Anfang des Monates haben die Eigner Verhandlungen mit den Mitarbeitern über die Stillegung der Anlage aufgenommen, sollte sich kein Käufer finden. Bis Monatsmitte hatten die Unternehmen noch eine Frist gesetzt. Hätte bis dahin ein Käufer ein akzeptables Angebot vorgelegt, hätte die Kokerei weiter in Betrieb bleiben können. Der allerdings blieb aus.

Heute wird die Geschäftsführung die Mitarbeiter über die Schließung informieren. Der Weiterbetrieb der Kokerei ist für die Rogesa nicht sinnvoll. Seit Wochen produziert Carling täglich Koks für eine halbe Million Euro nur noch auf Halde. Der Überschuss beträgt fast eine halbe Million Tonnen. Mit den Mitarbeitern verhandelt die Rogesa nun seit zwei Wochen über Sozialpläne. Mehr als 260 der insgesamt 400 Mitarbetier können dabei über die Sozialpläne der französischen Bergwerksgesellschaft „Charbonnages de France“ abgesichert werden. Für die übrigen muss eine Lösung gefunden werden.

Bereits vor fünf Jahren stand die Zukunft der Kokerei auf der Kippe. Bis dahin gehörte sie dem französischen Bergbau-Konzern HBL. Mitte 2005 sollte sie dicht gemacht werden. Doch stattdessen ging das Unternehmen 2004 in den Besitz der Roheisengesellschaft Saar über. Damals boomte der Weltmarkt und die Dillinger Hütte und Saarstahl benötigten zusätzliche Koks-Kapazitäten. Nun allerdings ist angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise der Stahlabsatz massiv eingebrochen. Der Koks aus Carling wird nicht mehr benötigt. Auch hat Carling Konkurrenz im eigenen Konzern. Die Zentralkokerei Saar, die auch zu den beiden Saar-Herstellern gehört, ist ebenfalls im Zuge des Stahlbooms ausgebaut und modernisiert worden. Ebenso wie Carling produziert sie zurzeit Koks, den niemand braucht.

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