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Jetzt geht's im Zeltpalast richtig hoch her

Hoch-Kultur: Der Wettkampfbereich nimmt langsam Form an, der Zeltpalast verwandelt sich von der Kultur-Bühne zur Stabhochsprung-Arena. Foto: Landkreis

Hoch-Kultur: Der Wettkampfbereich nimmt langsam Form an, der Zeltpalast verwandelt sich von der Kultur-Bühne zur Stabhochsprung-Arena. Foto: Landkreis

Im Merziger Zeltpalast geht es am Donnerstagnachmittag noch geruhsam zu. Hier, wo an diesem Samstag Raphael Holzdeppe, Björn Otto und Co. vor knapp 1000 Besuchern beim Neujahrsspringen in die Luft gehen, laufen noch die letzten Vorbereitungen vor dem spektakulären Start in die Olympia-Saison. Im Hauptzelt tummeln sich gerade mal eine Handvoll Menschen. Etwa die Leute von der Technik, die sich der Feinarbeit in Sachen Beleuchtung und Ton widmen. Ob LED, Halogen oder Spezialeffekte. An die 120 Scheinwerfer sind hier installiert. „Die Musik ist ja schon mal laut genug“, sagt Werner Klein spontan zur kräftigen Beschallung aus den Boxen, die gerade läuft. Als einer der Hauptorganisatoren zeigt er sich mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden: „90 Prozent sind bereits installiert. Am Freitag geht es praktisch nur noch ums Fein-Tuning“, erzählt Klein.

„Mit einer Gruppe von acht Personen sind wir seit zwei Tagen mit dem Aufbau der Sprunganlage und dem Zelt als Vorbau beschäftigt. Das hier ist nicht alltäglich und schon eine Herausforderung“, erklärt Stefan Baustert, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs.

Der Anlaufsteg ist 35 Meter lang. Er beginnt außerhalb des eigentlichen Zeltes, der Übergang vom Haupt- zum Anlaufzelt muss extra abgedichtet werden. Überhaupt ist an vieles zu denken: Da das Neujahrsspringen ein vom Deutschen Leichtathletik-Verband genehmigter Wertungswettkampf ist, dessen Ergebnisse für die Sportler in ihre Jahresbilanz einfließen, muss die Anlage bis ins Detail korrekt aufgebaut werden.
 

Wie machen die das bloß?

Dass die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden, dafür sorgt Berthold Michel aus Marpingen. Gemeinsam mit der Stadt Merzig kümmert er sich um den Aufbau der Anlage. „Das klappt wunderbar mit den Leuten hier, das war auch schon im vorherigen Jahr so. Der Vermesser kommt am Samstag kurz vor der Veranstaltung. Dann muss alles komplett stehen.“ Deswegen läuft er mit dem Messband herum und prüft, ob alles passt. Michel, der sich ehrenamtlich engagiert und auch am Samstag für die Athleten verantwortlich ist, war selbst Leichtathlet.

In der Zeltmitte türmt sich bereits die wichtigste Gerätschaft auf: Die Stabhochsprung-Anlage, zur Verfügung gestellt vom LC Rehlingen . Am Fuße des Absprungs steigt beim Blick nach oben merklich der Respekt. Eine Latte liegt zwar nicht auf, doch die eingestellte Höhe von 4,80 Meter führt direkt zur Frage: Wie machen die das bloß?

Holzdeppe, Deutschlands derzeit bester Stabhochspringer , gab bei seinem letzten Besuch in Merzig eine Antwort: mit viel Adrenalin, dem Hang zum Extremsport und viel Training. Was Letzteres angeht, dürfte der aktuelle Vizeweltmeister diesmal fitter an den Start gehen als 2015, als Holzdeppe nach einer Seuchensaison gerade erst wieder Fuß fasste. Damals schaffte der Wahl-Saarbrücker „nur“ 5,20 Meter. Diesmal legt Holzdeppe die Latte deutlich höher: „Mal schauen, wie ich drauf bin. Aber 5,60 bis 5,70 Meter dürften drin sein“, war kürzlich von ihm zu hören. Auch Klein erwartet, dass die Rekorde purzeln, nachdem Karsten Dilla (Leverkusen) bei der Premiere 5,40 Meter zum Sieg gereicht hatten: „Ich glaube, dass es richtig hoch geht. Letztes Jahr war ja alles noch neu für die Sportler . Ich schätze, dass es Höhen zwischen 5,50 und 5,70 Metern geben wird“, meint Klein. Einen Anstieg gab es schon: Mit 13 Springern sind vier mehr dabei als 2015. Besonders groß ist die Vorfreude bei Björn Otto. Der Olympia-Zweite von London war im Vorjahr verletzungsbedingt nur als Co-Kommentator vor Ort. „Er sagte, ihm habe da richtig das Herz geblutet“, verrät Klein. Nun aber darf auch Otto das Spektakel miterleben. Den Lauf über die nur 1,25 Meter breite Anlaufbahn, den Absprung, den Höhenflug – und nicht zuletzt die Begeisterung der Zuschauer.

Einlass zum Neujahrsspringen ist am Samstag ab 16 Uhr, Tickets (17 Euro, ermäßigt 13) gibt es noch an der Tageskasse.

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