L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Jobcenter Saarlouis hilft bei Bewerbungen

Eigentlich ist die Botschaft des Briefs klar: „Bewerben Sie sich bitte bei Firma x, Frau y mit folgenden Bewerbungsunterlagen…“ Für Kunden des Jobcenters kann eine solche Aufforderung allerdings eine unüberwindbare Hürde sein. „Viele Menschen haben sich seit Jahren nicht beworben, manche noch nie“, sagt Margret Kuhn, Leiterin des Jobcenters in Saarlouis . „Viele wissen auch gar nicht, wie eine Bewerbung aussehen soll, oder sie haben den überhaupt den Mut verloren, sich noch zu bewerben.“

Deshalb hat das Jobcenter in Saarlouis , das vom Landkreis verantwortet wird, vor über einem Jahr ein Bewerberzentrum ins Leben gerufen. Die Idee: Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich rundum um die Bewerber. „Dabei geht es nicht nur darum, Papiere zusammenzutragen, sondern auch um das Drumherum“, sagt Anne Nanninga, die das Bewerberzentrum leitet. Das Drumherum sind professionelle Bewerbungsfotos, passende Kleidung und Frisur, aber auch das nötige Selbstvertrauen. „Wer zahlreiche Absagen bekommen hat, muss erst einmal den Glauben an sich wiederfinden“, sagt Kuhn.

Den Glauben an die Zukunft wiedergefunden hat Jolante Zechini. Sie ist auf ungewöhnlichem Weg ins Bewerberzentrum gekommen. Die 44-jährige, die seit Jahren eine Festanstellung in der Gastronomie sucht, aber immer nur Aushilfsjobs bekam, hatte im vergangenen Jahr ein persönliches Tief: „Ich hatte das Gefühl, einfach keine Kraft mehr zu haben“, sagt sie. Über die Lebensberatung der Caritas bekam sie Kontakt zu Nanninga. Mit ihrer Hilfe habe sie ein neues Selbstbewusstsein gefunden, sagt Zechini. „Ich habe eine Profilanalyse gemacht, was für mich an Tätigkeiten überhaupt in Frage käme und welche Interessen und Begabungen ich habe“, sagt Zechini. Und hat so einen neuen Weg gefunden: Im November wird sie voraussichtlich eine halbjährige Ausbildung starten und so eine abgebrochene Lehre abschließen. Danach will sie dann zwar weiter in der Gastronomie arbeiten – aber im kaufmännischen Bereich.

Für Nanninga ist es wichtig, nicht nur Arbeitslosigkeit zu verwalten, sondern auch Motivation und Verantwortung zu vermitteln. Und Verantwortung bei den Betroffenen für ihr eigenes Leben zu wecken: „Es ist wichtig, dass der Bewerber sagt: Ich will das. Dann helfen wir“, sagt sie.

Mit der Beratung und Begleitung im eigenen Haus geht das Jobcenter eigenen Angaben zufolge einen Sonderweg. Bewerbungen würden nicht nach einem allgemeinen Schema erstellt, sondern auf den jeweiligen Job zugeschnitten, der gerade im Fokus steht, sagt Nanninga. „Die Bewerbung ist ein zentrales Hindernis bei Langzeitarbeitslosen“, sagt auch Kuhn. Der Saarlouiser Sonderweg scheint erfolgreich zu sein: „Rund 200 der Kunden haben im vergangenen Jahr das Bewerbungszentrum durchlaufen“, sagt Kuhn. Und rund die Hälfte habe danach auch einen Job bekommen. Und auch sonst ist das Saarlouiser Jobcenter erfolgreich: Von 8800 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hat das Jobcenter vor zwei Jahren 1860 Menschen wieder in Arbeit gebracht, im vergangenen Jahr waren es 2300 und in diesem Jahr sollen es 2500 sein, bilanziert Landrat Patrik Lauer .  
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