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Johanneskirche: Park ist wieder zu

Die goldenen Kirchgarten-Türen sind nach nur wenigen Monaten wieder verschlossen. Foto: Becker&Bredel</p>

Die goldenen Kirchgarten-Türen sind nach nur wenigen Monaten wieder verschlossen. Foto: Becker&Bredel

„Der erste Versuch, den Kirchgarten wieder für alle Bürgerinnen und Bürger zu öffnen, ist gescheitert.“ Unmissverständlich hat Stadtpressesprecher Thomas Blug gegenüber unserer Zeitung nach nur vier Monaten ein Projekt abgehakt, das man ohnehin mit nur zartem Optimismus angegangen war: die Öffnung des „Paradiesgartens“ an der evangelischen Johanneskirche.

 

Erst seit Juni wieder offen

Im Juni hatten Stadt und Kirchengemeinde die sieben goldfarbenen Türen dieses kleinen innerstädtischen Gartens wieder geöffnet und gehofft, dass Überwachungsdruck durch Ordnungsdienst und Polizei sowie durch soziale Kontrolle aus der Bürgerschaft wieder zu einer verträglichen Nutzung führen würden. Aber es kam wohl, wie den Worten Blugs zu entnehmen ist, noch schlimmer, als es vorher war.

 

Drogenabhängige und Obdachlose nahmen den Ort wieder in Beschlag, es kam zu unwürdigen Vermüllungen und Verschmutzungen, die für die Reinigungskräfte der Stadt nicht mehr zumutbar waren, geschweige denn für ein gediegenes Publikum. Der Park musste kürzlich sogar desinfiziert werden, nachdem Ratten sich breitgemacht hatten. Ähnliche Zustände hatten ja bereits zu der Schließung des Gartens im letzten Winter geführt. Dasselbe also noch einmal.

Wie die Stadtverwaltung nun mitteilte, hat sich Sozialdezernent Harald Schindel (Linke) vorgenommen, bis Ende Oktober eine Lösung zu erarbeiten, wie der Park wieder dauerhaft für die Öffentlichkeit geöffnet werden könne. Er werde sich mit Polizei , Sozialverbänden, der Bezirksbürgermeisterin Christa Piper ( SPD ) und städtischen Mitarbeitern von Grünamt und Ordnungsamt zusammentun.

Auch Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ( SPD ) hat sich in der Angelegenheit geäußert: „Das Beispiel Kirchgarten unterstreicht beispielhaft die Notwendigkeit einer intensiveren Sicherheitspartnerschaft von Polizei und Stadt in Saarbrücken“, wie sie Ende August in einem Schreiben an Innenminister Klaus Bouillon angeregt hatte.

Inzwischen habe der Minister die Anregung positiv aufgenommen; es habe bereits eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Stadt, Innenministerium und Land getagt, um sich des Themas anzunehmen, hieß es.

 

Britz will mehr Polizeipräsenz

Charlotte Britz hatte in ihrem Schreiben darauf hingewiesen, dass Saarbrücken mit seinen 180 000 Einwohnern mit typisch großstädtischen Besonderheiten wie einer mehr oder weniger offenen Drogenszene , Prostitution und Rotlichtkriminalität sowie einer Ansammlung von Nichtsesshaften und aggressivem Betteln zu schaffen habe. Daher gebe es einen besonderen Bedarf an Vollzugspolizei, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu bedienen und auch konkrete Störungen wie im Kirchgarten konsequent zu verfolgen. Dies wäre etwa durch mehr Streifen von Polizei und Ordnungsamt, eine mobile Wache oder Videoüberwachung möglich.

 

 

Zum Thema:

 

Hintergrund:  Der kleine Park an der evangelischen Johanneskirche zählt zu den schönsten Fleckchen in der City. Er gehört der evangelischen Kirche, für die Instandhaltung ist die Stadt zuständig. 2003 war der Garten für fast 300 000 Euro plus eine ähnliche Summe für die Gestaltung des Kirchenumfeldes in der Cäcilienstraße neu angelegt worden. Entworfen haben den Garten das Büro Wandel-Hoefer-Lorch und die Landschaftsarchitekten Hegelmann + Dutt. wp

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