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Jordanische Studis lieben Saarbrücker HTW

Neun Studenten aus Amman verbringen derzeit ihr Studienjahr in Saarbrücken.

Neun Studenten aus Amman verbringen derzeit ihr Studienjahr in Saarbrücken.

Saarbrücken/Amman. Professor Labib M. Khadra braucht Linden. Deutsche Linden. Pflanzen will er sie in Madaba, 18 Kilometer nördlich von Jordaniens Hauptstadt Amman entfernt. Am Rande der Stadt, die wegen ihrer Mosaiken berühmt ist, entsteht gerade ein neuer Campus für die Deutsch-Jordanische Universität, deren Präsident der Professor ist. Er hat in Aachen Elektrotechnik studiert und war unter anderem Gastprofessor in Heidelberg. Eine der Straßen auf dem neuen Campus in Amman soll nun „Unter den Linden“ heißen. Ein sichtbares Zeichen für die gute Verbindung zwischen Jordanien und Deutschland.

Eine von 60 Partnerhochschulen in Deutschland

Die Deutsch-Jordanische Universität – German Jordanian University (GJU) – hat vor fünf Jahren ihren Betrieb aufgenommen. Zum vierjährigen Studium, das am klassischen Modell der deutschen Fachhochschulen orientiert ist, zählt ein Auslandsaufenthalt im letzten Jahr. Zum Beispiel in Saarbrücken. Die hiesige Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ist eine der 60 Partnerhochschulen in Deutschland. Derzeit sind neun Studentinnen und Studenten hier: Architekten, Betriebswirte, Mechatroniker wollen sie werden. Eine Kooperation mit der GJU gibt es auch im Studiengang Informatik. Im letzten Jahr des Bachelor-Studiums werden Studierende aus Amman an deutschen Hochschulen und durch Praktika in deutschen Betrieben auf den Berufsmarkt vorbereitet. Das Lehrprogramm ist mit der GJU abgestimmt.

Vielzahl von Partnerschaften auf europäischer und außereuropäischer Ebene

Professor Dr. Andy Junker – Auslandsbeauftragten der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften - ist gerade zurück aus Leipzig. Als einer der beiden Auslandsbeauftragter der HTW hat er dort an einem Erfahrungsaustausch teilgenommen. Fachkollegen aus Deutschland und Jordanien haben sich getroffen. Wichtige Impulse gingen auf deutscher Seite von Anfang an von der Hochschule Magdeburg-Stendal aus. Sie koordiniert den Austausch zwischen der GJU und deutschen Hochschulen

Die heutige HTW in Saarbrücken hat langjährige Erfahrung mit der Entwicklung von integrierten binationalen Studiengängen. Als erste deutsche Hochschule hat sie in den 1970er Jahren zusammen mit der Universität Metz deutsch-französische Studiengänge entwickelt. Im akademischen Jahr 2009/2010 haben 800 internationale Studierende aus 68 Nationen an der HTW studiert. Im laufenden Semester 2010/2011 kommen 862 der insgesamt 4918 Studierenden aus dem Ausland. Bundesweit, sagt Doris Kollmann, Direktorin des International Office an der HTW, liege man mit dem Anteil internationaler Studierender immer ganz vorne.

Die Hochschule pflegt eine Vielzahl von Partnerschaften auf europäischer und außereuropäischer Ebene: Kooperationen gibt es unter anderen mit Hochschulen in Frankreich, Spanien, Dänemark, Portugal, Brasilien, Kanada, Malaysia, Mexiko und den USA.

Moschee für das Freitagsgebet

Die neun jordanischen Studierenden haben ihre ersten Erfahrungen in Saarbrücken hinter sich. Eine der Fragen, die sie gleich zu Anfang stellten: Wo ist eine Moschee für das Freitagsgebet? Tutor Ramsi Thabet weiß in fast allen Dingen Rat. Er spricht deutsch, englisch und arabisch. Und er wusste, dass es in der Hohenzollernstraße in Saarbrücken eine Moschee gibt.

Die ersten Eindrücke von Saarbrücken sind positiv. Farid findet die Leute sehr freundlich und lobt die Kombination von Deutschem und Französischem. Farah-Ann gefällt das große Kulturangebot. Musab, angehender Mechatroniker, lobt die HTW, weil sie sehr praktisch ausgelegt ist. Und Ahamed, der sich wohl fühlt „im Zentrum Europas“, gefällt „das viele Grün“. Während sie in Deutschland ihr letztes Studienjahr absolvieren, wächst die Deutsch-Jordanische Universität in Amman weiter. Deutschland unterstützt sie vor allem durch Wissenstransfer über den Deutschen Akademischen Austauschdienst: Bildungsexport gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Den größten Teil der Finanzierung übernimmt Jordanien.

Die Deutsch-Jordanische Universität hat derzeit 2000 Studierende, Ziel sind 5000. In diesem Jahr gab es erstmals einen Numerus clausus. Von 1500 Bewerbern wurden 450 aufgenommen. „Wir wollen“, sagt Präsident Khadra, „eine Elite-Universität werden.“

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