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Jubiläum! Landes-Schüler-Bigband wird 20

St. Wendel. „Es läuft fast von alleine“, findet Ernst Urmetzer und meint den Jazz Train: die Landes-Schüler-Bigband des Saarlandes. Vor 20 Jahren haben Urmetzer, Musiklehrer am Cusanus-Gymnasium in St. Wendel, und der Merziger Kollege Wolfgang Jensen die Formation gegründet – auf Anregung des damaligen Kultusministers Diether Breitenbach und ausgestattet mit einem jährlichen Etat, der sich seit damals nicht verändert hat: 7500 Euro. Inflation und steigende Kosten nagen am konstanten Etat. „Wir müssen klug kalkulieren“, gibt Urmetzer zu, „aber wir kommen hin mit dem Geld“.

Das Projekt ist offen für Schüler aller Schulformen und Azubis zwischen 14 und 20 Jahren. Dem Anfänger-Status sollte man entwachsen sein. „Wir wollen auch eine Lücke für junge Musiker schließen, die an ihren Schulen keine Möglichkeit haben, in einer Big Band zu spielen“, erklärt Urmetzer. Er und sein Co-Leiter Matthias Ernst können die Musiker gezielt heraussuchen, auch wenn die Bewerberzahlen rückläufig sind. „Da ist G8 deutlich zu spüren“, schätzt Urmetzer, der am Cusanus seit nahezu 30 Jahren die Big Band Urknall leitet. Bekannte Profis sind aus dem Jazz Train hervorgegangen: Pianist/Organist Christian Schmitt etwa und die Saxophonisten Martin Schmitt, Kristina Brodersen und Frank Spaniol, dazu Schlagzeuger Bernd Öszevim. „Viele sind den harten Weg gegangen, als freier Musiker in der Jazz-Szene. Andere haben Schulmusik studiert und den Jazz mit einem sicheren Beruf kombiniert.“ Wer sich für den Jazz Train interessiert, kann bei den Proben vorspielen: an jedem zweiten Samstag im Saarbrücker Gymnasium am Schloss. „Wir können manche Instrumente auch doppelt besetzen, damit sich junge Musiker langsam ans Spielen herantasten können.“ Fast alle Instrumente seien gut besetzt, „nur die Posaunen sind immer ein wunder Punkt.“

Einmal im Jahr gibt es einen einwöchigen Workshop mit Profis wie US-Dirigent Al Porcino, Saxophonist Peter Decker und Susan & Martin Weinert. Dafür würde der Großteil des Etats ausgeben, der Rest für eine gut ausgestattete Big-Band-Bibliothek mit Literatur, CDs, DVDs und für teure Instrumente wie Bari Saxophon und Bassposaune. „Instrumente, die sich niemand so nebenher kaufen kann.“ Zukunftspläne? Jazz Train bereitet für 2010 zwei Programme in der Verbindung mit Film vor: Stummfilme sollen live begleitet werden, zudem will man für das eigene Repertoire passende Bilder finden. Doch erst steht das Jubiläumskonzert bei den St. Wendeler Jazztagen an, die Uhrmetzer 1998 ins Leben gerufen hat. Am Samstag spielt die Formation Werke von Cole Porter, die im nächsten Jahr beim SR als CD produziert werden sollen. Heute beginnen die 19. St. Wendeler Jazztage mit einer Lesung von Veranstalter Fritz Rau. Freitag: Arild Andersen-Trio, Quadro Nuevo. Sa.: Jazz Train, Blechschaden. So.: 17 Hippies. Tobias Kessler 
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