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Jugendarrest: Wieviel "Zucht" brauchen jugendliche Straftäter?

Homburg. Ist Jugendarrest nach wie vor ein zeitgemäßes Rechtsmittel zu nachhaltiger und richtungsweisender Mäßigung Jugendlicher? Diese Frage stellten sich gestern in Homburg Vertreter von Schulen, Justiz und aus dem Bereich der präventiven Jugendarbeit auf Einladung des Bundes der Strafvollzugsbeamten Deutschlands (BSBD), Landesverband Rheinland-Pfalz, und des Bundes Saarländischer Justizvollzugsbeamter (BSJ) bei einer Gesprächsrunde in Homburg.

Standortzusicherung für die Jugendarrestanstalt Lebach

Der Tenor nach einer rund zweistündigen Aussprache: Der Jugendarrest (Freiheitsentzug bis zu vier Wochen als so genanntes „Zuchtmittel“, gekoppelt mit sozialpädagogischer Betreuung) bleibt probates Mittel in der Reglementierung Jugendlicher. Mit Blick auf die etwas mehr als 1000 so genannten Arrestanten, die in der Jugendarrestanstalt Lebach im Jahr 2009 betreut wurden, betonten Vertreter von BSBD und BSJ, dass bei dieser Form des Vollzugs Änderungen nötig seien: So fordern sie die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage des Jugendarrests, der bislang nur auf Basis einer Verordnung umgesetzt wird. Für das Saarland verlangt der Vorsitzende des BSJ, Markus Wollscheid, den Erhalt und eine Standortzusicherung für die Jugendarrestanstalt Lebach.

Dem recht eindeutigen Votum für den Jugendarrest waren einzelne Positionsbestimmungen aus Sicht von Schulen und Jugendarbeit vorangegangen. So schilderte der Anti-Aggressivitätstrainer Markus Brand sein Wirken in den Bereichen Prävention und der Behandlungsarbeit von Gewalttätern im ambulanten und stationären Bereich. Seine Forderung: erzieherische Konsequenz in der Gestaltung jugendlicher Lebens- und Erfahrungsräume.

"Wenn wir nur einen Jugendlichen davon abhalten zuzuschlagen, haben wir schon einen Erfolg erzielt“

Monika Schmitt-Schorr, Schulleiterin des Berufsbildungszentrums Lebach, verdeutlichte die Ansätze, die ihre Schule in der Präventionsarbeit verfolgt. Dort wird Erlebnispädagogik als Mittel der Persönlichkeitsbildung Jugendlicher eingesetzt. Dieses Instrument griff auch Wollscheid, als Justivollzugsbeamter selbst ausgebildeter Erlebnispädagoge, auf: „Wir wollen Opfer verhindern. Wenn wir nur einen Jugendlichen davon abhalten zuzuschlagen, dann haben wir schon einen Erfolg erzielt.“

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