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Jugendliche trinken immer noch zu viel

Wie ist der Trend bei Jugendlichen?
Als regelmäßigen Alkoholkonsum definiert die Studie den Konsum von mindestens einem alkoholischen Getränk pro Woche. Und das ein Jahr lang. Gemessen daran ging der Anteil der Alkoholkonsumenten unter den 18- bis 25-Jährigen seit dem Jahr 1973 von 67 auf 35,5 Prozent zurück. In der Altersgruppe zwischen zwölf und 17 Jahren halbierte sich der Anteil seit 1979 auf knapp 13 Prozent.

Wann fängt das Trinken an?
Tendenziell immer später. 2004 tranken die Zwölf- bis 25-Jährigen mit durchschnittlich 14,1 Jahren den ersten Alkohol. Jetzt sind es 14,5 Jahre. Der erste Rausch kam vor sieben Jahren noch mit 15,5 Jahren. Heute liegt das Durchschnittsalter bei 15,9 Jahren.

Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern?
Ja. Junge Männer trinken deutlich mehr als junge Frauen. Die größte der wöchentlich konsumierten Gesamtmenge reinen Alkohols konzentriert sich auf junge Männer zwischen 18 und 21 (111 Gramm) sowie zwischen 22 und 25 mit rund 107 Gramm pro Kopf und Woche. Bei Frauen sind es in den beiden Altersgruppen jeweils etwa 40 Gramm reinen Alkohols.

Wie steht es um das berüchtigte Kampftrinken?
Hier sieht es immer noch Besorgnis erregend aus. Der Anteil der minderjährigen Jugendlichen, die im Monat mindestens fünf alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit konsumieren, liegt bei knapp 17 Prozent. 2004 waren es allerdings noch 22,6 Prozent. Der Anteil der Zwölf- bis 17-Jährigen, die mindestens vier Mal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke am Stück zu sich nehmen, stagniert bei etwa acht Prozent. 

Warum wird getrunken?
Knapp 58 Prozent der Befragten sagen, dass sie dadurch lockerer und lustiger sind. Jeder Dritte glaubt, sein Selbstvertrauen durch Alkohol zu steigern. Nur knapp jeder Fünfte gibt an, seine Sorgen und Probleme damit zu vergessen.

Wie ist die Situation im Saarland?
Laut Gesundheitsministerium mussten 2009 insgesamt 372 Jugendliche (15 bis 20 Jahre) mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus: 228 Jungs und 144 junge Frauen. Im Vergleich zu 2008 blieb die Gesamtzahl damit nahezu konstant. Allerdings stieg der Anteil der Mädchen, die behandelt werden mussten, leicht an.

Meinung
Keine Entwarnung
Von SZ-Korrespondent Stefan Vetter


Ist von „der Jugend“ die Rede, dann wird auch mal über die „Generation Suff“ fabuliert. Doch das ist Unfug, wie Untersuchungen zeigen. Getrost zurück lehnen kann man sich aber nicht. Denn in den Expertisen ist auch belegt, dass ein harter Kern existiert: Vergleichweise wenige Jugendliche trinken offenbar immer mehr. Völlig machtlos gegen den Alkoholmissbrauch ist die Gesellschaft nicht. Seit der Verteuerung der so genannten Alkopops durch eine Sondersteuer ist der Alkoholkonsum unter Jugendlichen gesunken. Nachdenklich sollte auch stimmen, dass sich viele junge Leute unter 16 einen Rausch antrinken, obwohl sie gar nicht an Alkohol gelangen dürften.
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