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Jugendlicher (17) vor Saarpark-Center tödlich verletzt

Von SZ-Redakteurin Heike Jungmann

Neunkirchen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich gestern in Neunkirchen die Nachricht, dass ein 17-Jähriger aus Bexbach am Montagabend nach einem Streit mit einem 15-jährigen Neunkircher gestorben ist. „Meine Kollegin ist fix und fertig, will deshalb heute nichts mehr dazu sagen“, berichtete die Mitarbeiterin eines Blumenladens im Saarpark-Center unserer Zeitung. Die Kollegin hatte wohl am Montagabend gegen 18.30 Uhr einen Streit zwischen dem 17-jährigen Marcel K. aus Bexbach und dem 15 Jahre alten Schüler der ERS Neunkirchen vor dem Geschäft mitbekommen.

Kurze Zeit später ist diese Auseinandersetzung, die die beiden in Gegenwart von sechs weiteren Jugendlichen vor einem der Personaleingänge des Centers fortsetzten, offenbar eskaliert. Mit tödlichen Folgen. Denn nach einem Schlag an den Kopf, den der 15-Jährige gestern gegenüber der Polizei einräumte, sei der 17-Jährige „unvermittelt zu Boden gegangen“, wie die Zeugen angaben, und bewusstlos liegen geblieben. Gegen 21.10 Uhr starb der junge Mann in der Uniklinik Homburg.

Das Amtsgericht Neunkirchen geht auf Grund des vorläufigen Obduktionsberichtes davon aus, dass der Tod infolge einer Hirnblutung eintrat, die auf den Schlag des Verdächtigen zurückging. Das Gericht geht nach Angaben seines Direktors Johannes Schmidt-Drewniok aber nicht davon aus, dass der Jugendliche den Tod seines Kontrahenten gewollt hat.

In den Internetplattformen „Werkenntwen?“ und „Facebook“ sehen das Freunde und Bekannte des Opfers allerdings ganz anders. „Der gehört lebenslänglich weggesporr“, heißt es da in Kommentaren von anderen Jugendlichen. Um 15.30 Uhr postete ein Junge, der offenbar Augenzeuge war: „Ruhe in Frieden. es war echt scheiße was gestern passiert ist. wenn man so nah dabei war und mitbekommen hat was passiert ist.“

Geschockt reagierten gestern einige der von unserer Zeitung befragten Mitarbeiter des Saarpark-Centers, auch wenn sie keine direkten Augenzeugen des tragischen Vorfalls waren. „Das ist so schlimm, das kann man sich nicht vorstellen“, sagte die 31 Jahre alte Angestellte eines Reiseunternehmens sichtlich mitgenommen. Sie wundert es im Übrigen nicht, dass an dem Durchgang vom Parkplatz Hochofen zum hinteren Bereich des Einkaufszentrums etwas passiert ist. „Ich habe selber Angst, hier durchzugehen, weil alkoholisierte Jugendliche auf der Mauer sitzen und uns anpöbeln.“ Ein „ungutes Gefühl“ haben auch die Mitarbeiterinnen eines Geschenkeladens in diesem Bereich, der von der Straße nicht einsehbar ist.

Von einem „tragischen Fall“ sprach gestern Center-Managerin Heike Marzen. Das Wachpersonal des Centers gehe regelmäßig seine Runden, könne aber nicht überall sein. Ähnlich äußerte sich gestern auch Bürgermeister Jörg Aumann gegenüber der Saarbrücker Zeitung. Der Kommunale Ordnungsdienst gehe mit Unterstützung einer privaten Firma jedes Jahr ab Mai von 18 bis 22 Uhr Streife. Diese Maßnahme habe sich bewährt, man könne aber trotzdem einen solchen Vorfall nicht gänzlich ausschließen. Aumann: „Der Tod des jungen Mannes trifft uns im Rathaus persönlich.“
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