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Jugendpfarrer: Wie muss die Pfarrei der Zukunft aussehen?

Ein Patentrezept, wie die Pfarrei der Zukunft aussieht, hat er nicht. Doch eines ist für Christian Heinz klar: „Es wird an vielen Stellen anders sein. Alte Denkmuster müssen durchbrochen werden“, sagt er. Der Jugendpfarrer in Saarbrücken ist einer der zwei Leiter der Sachkommission „Zukunft der Pfarrei“ der Synode im Bistum Trier. Der Typ Pfarrei, wie er sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat, könne alleine nicht mehr bestehen. „Da hat sich in manchen Orten eine Nebengesellschaft gebildet – vom Kindergarten über den Chor zum Sportverein, die eigenen Pfarrfeste: Das ganze Leben konnte in der Pfarrei verbracht werden“, erklärt der 33-Jährige.

Heutzutage gehe es darum zu schauen, wie sich die Pfarreien mit anderen, die die gleichen Anliegen verfolgen, vernetzen können. „Als Jugendpfarrer suche ich Kooperationspartner, denen es genauso wichtig ist, dass das Leben junger Menschen gelingt“, sagt Heinz. Dies könnten zum Beispiel auch staatliche Angebote sein. Eine Herausforderung sei die unterschiedliche Situation in der Stadt und auf dem Land. „Auf dem Land identifizieren sich die Menschen mehr mit ihrer Pfarrei, in der Stadt orientieren sie sich am ganzen Angebot und gehen dorthin, wo ihnen das Klima besser gefällt“, schildert er seine Erfahrung. Die Synodalen müssten schauen, welche traditionellen Aufgaben einer Pfarrei wegfallen könnten und welche neue Formen es geben könne.

Die Kommission habe nicht die Aufgabe, Strukturpläne zu erarbeiten, wie Gemeinden zusammengelegt werden, stellt Heinz klar. „Aber wir kommen nicht drumherum, uns auch mit den Ressourcen, den Finanzen und den Kirchengebäuden zu beschäftigen.“ Auch Prognosen, nach denen die Zahl der Gottesdienstbesucher von heute 12 Prozent auf 1,6 Prozent im Jahr 2040 sinken werde, dürfe man nicht außer Acht lassen.

Daher sei die große Frage, die auch Bischof Stephan Ackermann der Kommission mit auf den Weg gegeben habe: „Wie können wir als Kirche in der Nähe der Menschen bleiben?“ Dazu müsse man sich fragen, was Menschen bewege und welche Bedürfnisse sie haben. „Es ist nicht so, dass die Menschen nicht zur Kirche kommen“, sagt Pfarrer Heinz, „sie gehen zwar nicht in den Gottesdienst, aber ‚irgendetwas’ wollen sie und legen etwa Wert auf eine kirchliche Trauung. Dieses ‚Irgendetwas’ wollen wir näher definieren.“

Kirche vor Ort bedeutet für ihn daher nicht bloß die Frage, wo ein Kirchengebäude steht. „Das ist auch wichtig, aber die menschliche Seite ist wichtiger. Wie können Menschen anderen Christen, Seelsorgern, Diakonen, Priestern begegnen und eine qualitativ hochwertige Beziehung haben? Das ist auch eine Herausforderung“, umreißt er eine Fragestellung der Sachkommission.

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