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Jugendrat setzt sich für die Interessen Gleichaltriger ein

Nachrichten aus der Region Saarlouis.

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Saarwellingen. Ihre Freizeit verbringen die Jugendlichen aus Saarwellingen fast ausschließlich in ihrer Gemeinde. Das haben sie selbst in Umfragen angegeben. Denn die Gemeinde ist nach ihren Wünschen gestaltet. Mit dafür verantwortlich ist der Jugendrat, der die Interessen der Jugendlichen ihrer Kommune auf Gemeindeebene vertritt. Den Saarwellinger Jugendrat gibt es seit 1997. „Er hat die Möglichkeit, seine Anliegen und Bedürfnisse den politischen Gremien und der Verwaltung zu erläutern“, sagt Tamara Wagner, Fachkraft für Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde.

Im März hatte sich der Saarwellinger Jugendrat fast komplett neu formiert, bis auf zwei Mitglieder gibt es lauter neue Gesichter. Anne Heinrich, 18, ist seit der aktuellen Wahlperiode im Rat. Die Schülerin ist schon seit 2010 Betreuerin in der Kinderferienfreizeit der Gemeinde. „Ein großer Teil der Jugendlichen im Rat engagiert sich schon länger in der Jugendarbeit“, sagt Tamara Wagner. Der Saarwelliner Jugendrat setzt sich zusammen aus Schülern, Auszubildenden zum Drucker, Kfz-Mechaniker, zur Bäckereifachverkäuferin. Sprecher Klaus Keusch, 19, macht eine Ausbildung zum Fachinformatiker. In einer Partei ist keiner von ihnen.

Eine Amtsperiode dauert drei Jahre, kandidieren kann jeder Jugendliche der Gemeinde zwischen 15 und 20 Jahren. Einmal im Jahr tagt der Rat in einer regulären Sitzung, sammelt Vorschläge, plant Veranstaltungen. Dabei kann der Jugendrat der Gemeinde auch gezielt Vorschläge machen. „Die Jugendlichen haben in der Gemeinde ein echtes Mitspracherecht“, sagt Wagner, „ein Großteil dessen, was heute für Jugendliche da ist, hat der Jugendrat erreicht.“

So etwa die Skateboardbahn und der Jugendtreff Schwarzenholz, das Internetcafé im Haus der Jugend und der Jugendspielplatz in Reisbach. Der Jugendrat hat auch einen Videowettbewerb zum Thema Mobbing und Flohmärkte veranstaltet. „Wir wollen die Jugendlichen an Entscheidungen beteiligen. Wenn die Jugend permanent gegen eine Mauer rennt, hat sie auch bald keine Lust mehr auf den Ort“, meint Wagner. Die Jugendlichen beteiligen sich auch an Orts- und Ratssitzungen. „Der Jugendrat gibt uns im Rathaus auch die Legitimation: Das ist nicht irgendeine Schnapsidee von Pädagogen, sondern es gibt auch Jugendliche, die das befürworten. Wenn man sich für etwas engagiert, hat man in Saarwellingen gute Chancen, es auch zu erreichen“, sagt Wagner.

„So viel Arbeit ist das gar nicht“, sagt Anne und appelliert an Gleichaltrige in anderen Gemeinden, sich zu engagieren. „In der Ratssitzung setzt man sich anders mit einem Thema auseinander als im Freundeskreis oder in der Schule“, sagt Klaus. Für 2011 sind eine Kinderartikel-Börse und ein weiterer Videowettbewerb geplant, dieses Mal zum Thema Sucht. Im Frühjahr soll es ein Konzert geben, bei dem sich lokale Bands musikalisch vorstellen. kj

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