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Junge Blutspender dringend gesucht

Saarbrücken/Homburg. Von allen Seiten wird um junge Blutspender geworben. Denn: "In den nächsten vier bis fünf Jahren werden viele Stammspender wegfallen", erklärt Christoph Ernwein vom Deutschen Roten Kreuz Saarland. Der Großteil von ihnen sei über 50 und könne bald aufgrund des fortgeschrittenen Alters kein Blut mehr spenden. Man müsse sich daher frühzeitig darum bemühen, junge Menschen zur Spende zu motivieren. "Die Jungen sind meistens fit und erfüllen weniger Ausschlusskriterien", ergänzt man bei der Blutspendezentrale Saar-Pfalz.

Im Saarland wurden 2008 nur 8,8 Prozent aller DRK-Blutspenden von unter 25-Jährigen abgegeben. Wieso spenden also so wenige junge Menschen? Rotkreuzler Ernwein glaubt, dass ihnen das Bewusstsein für die Blutspende fehlt. "Viele ältere Menschen haben noch schlimme Zeiten miterlebt." Jüngere Menschen hingegen müsse man auf dieses Thema erst aufmerksam machen. Das DRK bietet daher an weiterführenden Schulen und Unis Informationsveranstaltungen mit anschließender Blutspende an - mit Erfolg. "Etwa 50 Prozent der dort angeworbenen Spender kommen wieder", erläutert Ernwein weiter. Prinzipiell sei die gesellschaftliche Verantwortung unter Jüngeren heute auch stärker ausgeprägt als noch vor ein paar Jahren, meint Friedrich-Ernst Düppe vom DRK-Blutspendedienst West. Das DRK versucht junge Menschen deshalb zum Beispiel mit Frei-SMS für eine Spende zu begeistern.

Bei staatlich-kommunalen Blutspendediensten, wie an der Universitätsklinik des Saarlandes, ist die Problematik weniger dramatisch. "Hier spenden viele Medizinstudenten", erläutert Professor Hermann Eichler vom Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin. Dass die finanzielle Aufwandsentschädigung der Grund dafür ist, glaubt er aber nicht. Vielmehr sei es das Bewusstsein, dass die Blutspende "eine wichtige Sache ist". Darauf weist Eichler auch in seinen Vorlesungen hin.

Auch andere Blutspendedienste, wie die gemeinnützige Blutspendezentrale Saar-Pfalz am Saarbrücker Klinikum, haben weniger gravierende Probleme junge Spender zu finden. Hier spendeten viele Studenten von der nahegelegenen Saar-Uni Blut. Das wird mit 25,57 Euro honoriert. Gerade junge Menschen gäben Erfahrungen an ihre Freunde weiter. Daher gibt es in Saarbrücken auch ein Spender-werben-Spender-Programm.

Information: DRK Blutspendedienst West: Tel. (0800) 11 949 11; Blutspendedienst an der Uniklinik Homburg: Tel. (06841) 16 225 40; Blutspendezentrale Saar-Pfalz am Klinikum Saarbrücken: Tel. (06 81) 9 63 25 60

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