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Junge Leute bauen Skater-Paradies

Brebach. Der Weg ins Skater-Paradies führt aus der hintersten Ecke des St.-Gobain-Parkplatzes über stillgelegte Gleise, durch Hecken und Büsche voller Müll – und plötzlich steht man zwischen bunt bemalten Rampen. Alles ist verblüffend sauber, aufgeräumt, gepflegt. Man sieht sofort: Die Leute, die hier ihre Freizeit verbringen, wollen einen Ort zum Wohlfühlen. Kein Schutt, keine Bierdosen, nicht mal Zigarettenstummel liegen auf dem Boden. „Die Stadt macht hier eigentlich gar nicht sauber“, erzählt Sven Trittschack, 30.

Er ist einer von denen, die dieses Skater-Paradies geschaffen haben und es pflegen. Sie hatten die Nase voll von den städtischen Anlagen, die ihrer Meinung nach schlecht in Schuss sind – und deshalb gefährlich. Sven: „Wenn man mit den Rollen in einem kleinen Loch hängen bleibt, kann man sich schwer verletzen.“ Deshalb hat er mit Alex Karle, 33, und etwa zehn anderen seit Frühjahr 2010 die alten Brebacher Rampen, Baujahr 2003, sorgfältig renoviert, nach eigenen Vorstellungen ausgebaut und so das neue Brebacher Skater-Paradies geschaffen.Wetter und Vandalen hatten den alten Rampen schwer zugesetzt. Mit ein bisschen Müll wegräumen war es also nicht getan: „Da steckt unheimlich viel Arbeit drin. Für die Rampen braucht man Unmengen von Wasser und hunderte Kilo Beton“ berichtet Sven. Er ist gelernter Werkzeugmacher und hat heute ein Skateboard-Geschäft in Scheidt: „Das Bauen haben wir uns selbst angeeignet.  In den Rampen steckt so ziemlich alles, was hier rumlag.“ Um Beton und Estrich zu bezahlen, haben die Freunde in der Szene gesammelt. Ergebnis ist ein wirklich einzigartiger Skate-Park.



Kunststudent Alex: „Es gibt einen Hersteller, da können die Städte Rampen aus dem Katalog bestellen. Dadurch sind die Bahnen in Saarbrücken alle fast identisch.“ Die seien aber eher etwas für Anfänger – vorausgesetzt sie sind in gutem Zustand. „Aber wenn man nur Standardrampen fahren kann, verliert man schnell den Spaß“, sagt Alex.
Genau das wollen die Freunde verhindern. Alex: „Wir sprechen die Jungen an, versuchen einen Draht zu ihnen zu finden, um ihnen zu zeigen, wie viel Spaß es macht, wenn man die Bahnen selber baut und die Anlage sauber hält.“ Und das Engagement zeigt Wirkung: „Am Anfang wurde echt viel kaputtgemacht. Die Kiddies hingen hier nur rum und haben Bier getrunken, weil ihnen langweilig war. Das ist jetzt viel besser geworden.“

Mittlerweile ist auch die Stadtverwaltung auf das Projekt aufmerksam geworden. Sven war überrascht: „Wir dachten erst, die wollen uns in die Pfanne hauen. Aber die waren ziemlich begeistert.“ Allerdings hatte die Verwaltung Bedenken wegen des Versicherungsschutzes und riet den Skatern, einen Verein zu gründen. Gesagt, getan. Die Freunde wollen ihn den Allgemeinen Skateboard Club (ASC) nennen und die Vereinsbeiträge möglichst niedrig halten. Bei den Formalien hilft ihnen jetzt das Referat „Pro Ehrenamt“ des Regionalverbandes. Die künftigen Mitglieder stehen schon Schlange. Alex: „Von mindestens 50 Leuten haben wir feste Zusagen. Die Szene blüht im Moment wieder auf. Das macht richtig Spaß.“

Wer mehr wissen will, kann an diesem Samstag, 23. Juli, ab 14 Uhr, mit Alex, Sven und ihren Freunden im Brebacher Skate-Park das Rolllust-Straßenfest feiern .
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