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Junge Männer nutzen Kummer-Telefon Saarbrücken

Saarbrücken. Den Kummer in sich hineinfressen, bis gar nichts mehr geht. Bloß nicht über Gefühle oder Probleme sprechen. Diese Haltung galt lange Zeit als männlich und hinderte Jungen daran, sich Hilfe zu holen. Immer mehr Buben und junge Männer überwinden diese auf Stärke und Unnahbarkeit gepolte Männerrolle nun und reden über ihre Probleme. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der „Nummer gegen Kummer Studie 2010“, die von Nummer gegen Kummer e.V. in Kooperation mit der Deutschen Telekom erarbeitet worden ist.

Kostenlose telefonische Beratungen

Der Verein „Nummer gegen Kummer“ ist die Dachorganisation des deutschen Kinder- und Jugendtelefons und des Elterntelefons, die kostenlose telefonische Beratungen anbieten. Die Studie, die kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, beruht auf der statistischen Auswertung anonymer Anrufe von Kindern, Jugendlichen und Eltern bei der „Nummer gegen Kummer“. Demnach ist der Anteil der männlichen Anrufer von 2000 bis 2009 von 24,6 Prozent auf 39,6 Prozent gestiegen. Die Ergebnisse der Studie decken sich mit den Erfahrungen, die der Kinderschutzbund Saarbrücken mit dem Kinder- und Jugendtelefon (KJT) macht. „Für die Arbeit am KJT ist es sehr wichtig, die Themen der Jungen mehr ins Visier zu nehmen. Deshalb möchten wir die Zahl der ehrenamtlichen männlichen Berater am Kinder- und Jugendtelefon und bei ‚Jugendliche beraten Jugendliche’ stetig erhöhen“, erklärt Nicole Burkert vom Kinderschutzbund Saarbrücken. Nach ihren Angaben waren im Jahr 2009 rund 60 Prozent der Anrufer Mädchen und junge Frauen und 39 Prozent Jungen.

Schwierig, Männer für Ehrenamt zu gewinnen

Ein Ungleichgewicht der Geschlechter gibt es nach wie vor bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die als Berater am Kinder- und Jugendtelefon tätig sind. In Saarbrücken sind es 35 Beraterinnen und drei Berater. „Es ist nach wie vor schwierig, Männer für dieses Ehrenamt zu gewinnen“, berichtet Nicole Burkert. Männer engagierten sich oft lieber in Sport- und Freizeitvereinen. Dabei würden sie gerade auch am Kinder- und Jugendtelefon dringend gebraucht. „Denn Jungen brauchen bei der Lösung ihrer Probleme auch männliche Ansprechpartner und Vorbilder“, meint Burkert. „Es gab Zeiten beim KJT Saarbrücken, da hatten wir gar keinen männlichen Berater, und manchmal legten Jungen auf, weil sie mit einer Frau über ihr Problem nicht sprechen wollten.“

2011 bildet der Kinderschutzbund Saarbrücken wieder Berater für das Kinder- und Jugendtelefon aus und sucht daher Frauen und Männer, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch für das Angebot „Jugendliche beraten Jugendliche“ beginnt 2011 die nächste Ausbildungsrunde. „Unser Ziel ist es, mit acht Mädchen und acht Jungen zu starten“, so Burkert. 2007 und 2010 konnte der Verein jeweils drei junge Männer als Berater gewinnen.

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