A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Kammer bangt um Saar-Qualitätsweine

Zwischen Bangen und Hoffen entscheidet sich Elmar Thewes derzeit noch für letzteres. Auf 60 zu 40 schätzt der Leiter der Prüfstelle für Qualitätswein bei der Landwirtschaftskammer des Saarlandes (Lebach) die Chance, dass im Problemjahr 2016 für den saarländischen Wein doch noch alles glatt läuft. Zugleich sieht er die Weinprämierung 2017 auf der Kippe, sollte in der Lesezeit das feuchte Wetter wiederkehren. Denn dann würden, sagt Thewes, nach dem Pilzbefall (Falscher Mehltau), der bereits jetzt Ernteverluste von rund 50 Prozent vorhersagbar mache, weitere Schäden auftauchen. Etwa durch Essigstich, der durch Bakterien hervorgerufen werde. Das erschwere es, fehlerfreie Beeren in den Keller zu bekommen – Voraussetzung für Qualitätswein. Thewes: „Wenn weniger Weine die Kriterien als Qualitätswein erfüllen, wird das auch auf die Prämierung durchschlagen.“

 

Dies prognostiziert Thewes unabhängig davon, dass derzeit ideales Wachstumswetter herrscht. Auch hatten die hiesigen Winzer, wie berichtet, den Falschen Mehltau besser im Griff als andernorts. Sie vertrauen immer noch auf einen guten Tropfen, weil die wenigen, gut selektierten Trauben, die noch im Weinberg hängen, solide Leistungen versprechen. Warum bangt Thewes dann um die Weinprämierung 2017? „Die 34. Prämierung könnte die erste seit 1983 werden, die ausfällt“, sagt er.

 

Vor allem deshalb: Bei der Auszeichnung mit Medaillen und Ehrenpreisen, die eine vierköpfige Kommission der Kammer vornimmt, spielt auch die Quantität eine Rolle. Wollen die Winzer an der Prüfung teilnehmen – man nennt das „Weine anstellen“ – dann müssen sie Bedingungen erfüllen. Unter anderem geht es um Mindesterzeugermengen, die von der bewirtschafteten Fläche und von der Sorte abhängig sind. Will ein Winzer beispielsweise seine Riesling-Spätlese ins Rennen schicken, muss er 500 Flaschen vorweisen, bei den Edelsüßen sinkt die Menge auf bis zu 100 Liter. Wer auf Grund von Ernteausfällen zwar Gutes, aber nicht genug im Keller hat, der kann also nicht mitmachen. Die Anzahl der Anstellungen pro Winzer ist nämlich nicht verringerbar, sondern durch Richtlinien vorgegeben. Durchschnittlich sind es laut Thewes pro Winzer etwa acht bis zehn Weine.Wobei die anonymisierte Prämierung samt Abschlussfest im Saarbrücker Schloss als Dienstleistung der Kammer von den Winzern bezahlt werden muss; 25 Euro pro Wettbewerbs-Wein fallen an. „Sollten die Winzer zu der Meinung kommen, dieser finanzielle Aufwand lohne sich für den Problemjahrgang 2016 nicht, dann können sie in Absprache mit der Kammer die Prämierung absagen“, sagt Thewes.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein