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Kampf gegen Wohnungseinbrüche in Merzig

Mit Polizeifahrzeugen wird das Wohngebiet abgeriegelt, jedes Fahrzeug wird überprüft. Fotos: rolf Ruppenthal

Mit Polizeifahrzeugen wird das Wohngebiet abgeriegelt, jedes Fahrzeug wird überprüft. Fotos: rolf Ruppenthal

Plötzlich geht alles ganz schnell. Kriminalhauptkommissar Rainer Gitzinger wird über Funk in die Luxemburger Straße in Schwemlingen gerufen. Dort wurde ein verdächtiges Fahrzeug gemeldet. Als Gitzinger eintrifft, haben Polizisten den Transporter bereits gestoppt, erste Informationen von der Wache liegen auch schon vor: Die drei Insassen seien mit ihrem Transporter schon häufiger von Anwohnern im Schwemlinger Wohngebiet gesichtet worden, was auf mögliche Einbrüche hindeuten könnte. Die Kontrolle ergibt, dass die Männer aus Bulgarien kommen, der Fahrer hat keinen Führerschein, das Auto keinen Versicherungsschutz. Die Beamten ziehen den Wagen erst einmal aus dem Verkehr, er muss auf einem Parkplatz stehen bleiben. Die drei Verdächtigen können weiterziehen, sind nun aber in der Datenbank vermerkt.

Die Aktion ist Teil eines Sondereinsatzes der Polizei Merzig am Dienstagmorgen. Mit rund 25 Kräften riegelt sie Wohngebiete, die schon häufiger von Einbrüchen betroffen waren, hermetisch ab. „Jedes Fahrzeug, das sich hier bewegt, wird kontrolliert“, erklärt Gitzinger, der den Einsatz leitet. Die Beamten suchen nach Personen, die sich auffällig verhalten, und nach fremden Nummernschildern. Bereits Anfang Dezember des vergangenen Jahres hatte die Polizei eine Großkontrolle mit dem Schwerpunkt Wohnungseinbruch durchgeführt (die SZ berichtete). Dabei ging und geht es auch darum, der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Denn die Zahl von Einbrüchen nimmt bedrohlich zu, vor allem in Orten in Grenznähe.

Die erste Station des Sondereinsatzes ist Hilbringen. Das Wohngebiet Seitert wird besonders oft von Verbrechern heimgesucht. Dort stehen tagsüber viele Häuser leer, weil die Bewohner arbeiten. Diebe wissen das. An vorher festgelegten Kontrollpunkten gehen die Beamten in Position. Mehrere Zivilfahrzeuge patrouillieren im Viertel. Einsatzleiter Gitzinger: „Die engen, verwinkelten Wege und hohen Hecken rund um die Grundstücke machen es Einbrechern einfach.“ Inzwischen nutzen diese nicht nur die Dunkelheit. Sie kennen viele Tricks, sich auch am helllichten Tage Zutritt zu Häusern zu verschaffen. „Die Aufmerksamkeit der Nachbarn ist wichtig“, weiß Gitzinger. Mittlerweile hat sich der Präventionseinsatz der Polizei herumgesprochen. Die Bewohner des Seitert finden die Maßnahme gut. Sie würden sich jedoch wünschen, wenn die Polizei öfters Präsenz zeigen würde. Nach einer Stunde verlegen die Polizisten ihren Einsatz nach Schwemlingen. Auch dort werden die Straßen durchkämmt. An den Kontrollpunkten kommen manche verwunderten Anwohner auf die Straße. „Es ist gut, wenn sie sehen, dass wir uns zeigen“, freut sich Gitzinger. Und auch die Überprüfung des verdächtigen Transporters wird die Anwohner sicher ein wenig beruhigen.Gute Nachrichten warten auf die Beamten, als sie den Einsatz nach Perl verlegen. Im benachbarten, luxemburgischen Remich wurde kürzlich ein Einbrecher mit marokkanischen Wurzeln auf frischer Tat ertappt. Ihm werden bereits mehrere Delikte in Luxemburg vorgeworfen. Auch in Deutschland sei er kein unbeschriebenes Blatt. „Wir sind guter Dinge, ihm Straftaten in Nennig nachweisen zu können“, ist Gitzinger zuversichtlich. „Nun gilt es, mögliche Komplizen und seine Unterkunft zu finden.“

Meist mieten sich die gut organisierten Banden in günstigen Pensionen ein, oder sie finden bei Bekannten Zuflucht, weiß der erfahrene Polizist. Bei den Kontrollen in Perl ist es zunächst ruhig. In Besch sind statt Ganoven nur interessierte Bürger unterwegs. Erschwert wird die Arbeit der Polizei durch die unzähligen Feldwege an der Obermosel – ideal zur Flucht von lichtscheuen Gestalten. Selbst die vor Ort stationierte Bundespolizei schreckt Diebe nicht ab, wie die Realität zeigt. Edle Villen und unzählige Neubauten sind offensichtlich attraktive Objekte, um an schnelles Geld zu kommen.

An diesem Mittag sind in Perl alle Schlupflöcher dicht. Sogar zur Kopp und am Ende der Bergstraße sind Kontrollstationen eingerichtet. Die Feldwege dahinter führen direkt nach Frankreich. Wer nach Perl will, muss an den Polizisten vorbei. Tatsächlich finden Ortskundige die entlegensten Wege. Der große Fang aber bleibt aus.

Im letzten Kontrollort werden die Beamten noch einmal aufmerksam. Im Berger Weg in Nennig treffen sie drei Osteuropäer an, die nicht ins Bild passen. Wie schon in Schwemlingen werden auch hier die Personalien aufgenommen.

Insgesamt wurden beim Großeinsatz rund 500 Fahrzeuge und 480 Personen kontrolliert.
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