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Kampf um Bosch-Werk und hunderte Arbeitsplätze

Solche komplexen Abgasreinigungs-Systeme werden bei BESG in Neunkirchen hergestellt, sagt Werksleiter Uwe Becker.

Solche komplexen Abgasreinigungs-Systeme werden bei BESG in Neunkirchen hergestellt, sagt Werksleiter Uwe Becker.

„Wir werden alles daran setzen, dass dieser Standort nicht geschlossen wird. Wir wollen, dass hier Ersatzproduktion hinkommt.“ Für Axel Busch, Betriebsratsvorsitzender im Neunkircher Werks von Bosch Emission Systems (BESG), gibt es kein Wanken und Weichen. Erst vor zwei Jahren hat das Tochterunternehmen des Stuttgarter Autozulieferer- und Elektrotechnik-Konzerns Bosch in seinem neu erbauten Neunkircher Werk die Fertigung von Abgas-Reinigungssystemen – vor allem für Dieselmotoren – gestartet.

 

Am Mittwoch wurde verkündet, dass Ende 2017 Schluss ist (wir berichteten). 200 Arbeitsplätze sind von dieser Entscheidung bedroht. Rund 100 Männern und Frauen wurde zugesichert, dass sie wieder in das Homburger Werk, in dem Diesel-Aggregate gefertigt werden, zurückkehren können. „Das lassen wir uns nicht gefallen. Es gibt keine Arbeiter erster oder zweiter Klasse“, sagt Busch. „Wir wollen, dass jeder dieser Leute bei Bosch weiterbeschäftigt wird. Es geht um alle saarländischen Standorte des Konzerns“, ergänzt Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Neunkirchen. Keiner der noch 5640 Bosch-Arbeitsplätze an der Saar dürfe kampflos aufgegeben. Er erinnerte daran, vor 15 Jahren noch etwa 7300 Arbeitnehmer bei Bosch im Saarland beschäftigt waren. Kritik üben sie auch an Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ). In einer Mitteilung hatte sie an das Unternehmen appelliert, „mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine sozialverträgliche Lösung zu finden“. Betriebsratschef Busch machte jedoch deutlich, „dass wir Arbeit wollen und keine Abfindungen “. Die Landesregierung „lässt sich von Bosch seit Jahren am Nasenring durch die Arena führen“, meint Caspar.

 

Warum die BESG jetzt die Segel streicht, nachdem das Werk vor zwei Jahren mit euphorischen Erwartungen eröffnet worden war, wird damit erklärt, dass „die Marktlage falsch eingeschätzt wurde“. So erläutert es Werksleiter Uwe Becker. „An der Qualität unserer Arbeit und der Fachkompetenz der Mitarbeiter kann es nicht gelegen haben.“ BESG habe von Anfang an rote Zahlen geschrieben, schon zu den Zeiten, als es noch ein Gemeinschaftsunternehmen von Bosch, dem Abgassystem-Hersteller Eberspächer und dem Motor-Produzenten Deutz war. Eberspächer und Deutz waren 2012 ausgestiegen. Deutz hat sich jetzt auch als Großkunde verabschiedet.

 

Offensichtlich ist es so, dass die Hersteller von Traktoren, Mähdreschern, Baggern, Radladern oder dieselgetriebenen Stromgeneratoren, die als Kunden infrage kamen, den kompletten Bausatz zur Abgasreinigung, wie ihn BESG anbietet, nicht haben wollen. Sie ziehen es vor, die Einzelteile selbst zusammenzustellen. Das sind die Abgasrohre, die Rußfilter und die Harnsäure-Injektoren, um Stickoxide zu neutralisieren. Wettbewerber wie Tenneco (USA), Boysen (Deutschland) oder Faurecia (Frankreich) können diese Teile zudem wesentlich günstiger anbieten.
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