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Kampf ums Rox-Erbe geht weiter

 Saarbrücken. Zeit gewinnen. Zehn Wochen nur. Darum gehe es jetzt. Sagen Mitglieder des Vereins der Freunde des Abenteuermuseums. Das sagen Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Das sagen Kommunalpolitiker aus SPD und FDP – und einige in der CDU. Noch gut zwei Monate, dann wird der neue Stadtrat gewählt. Und der, so hoffen zumindest diejenigen, die das 2004 geschlossene Abenteuermuseum wieder eröffnen wollen, werde einen „Fehler“ korrigieren, den der amtierende Stadtrat gemacht habe.

Im Februar hatte der Rat beschlossen, dass das Erbe des Weltenbummlers Heinz Rox-Schulz in Kisten verpackt bleiben soll. CDU und Grüne hatten sich damit gegen SPD und FDP durchgesetzt. Das Museum solle nicht wieder eröffnet werden, die Sammlung des „Königs der Globetrotter“ für einen symbolischen Preis an die Freunde des Abenteuermuseums verkauft werden – wenn sie kaufen wollen. Der Freundeskreis von Rox zögerte. Man wolle die Stadt, die Rox bis zu dessen Tod 2004 eine Leinrente gezahlt und damit das Erbe angetreten hatte, nicht aus der Verantwortung lassen. Vor allem hieß es: Nichts überstürzen, Zeit gewinnen, am 7. Juni wird ein neuer Rat gewählt.

Doch einen Monat nach dem Stadtratsbeschluss, die Kisten mit dem Rox-Erbe geschlossen zu lassen, wollten CDU und Grüne dafür sorgen, dass ihr Beschluss unumkehrbar ist: innerhalb von sechs Wochen – also noch bevor der neue Stadtrat gewählt ist – soll die Sammlung an ein Fachmuseum abgegeben werden, beschlossen die beiden Parteien im Stadtrats-Kulturausschuss. So einfach will es die Stadtverwaltung der CDU und den Grünen nicht machen. Am Dienstag muss sich der Stadtrat erneut mit dem Museum beschäftigen. Der Kulturausschuss könne eine solch weitreichende Entscheidung nämlich gar nicht treffen, sagte jedenflls Kulturdezernent Erik Schrader gestern nach Rücksprache mit dem städtische Rechtsamt. Denn: Wenn städtisches Vermögen verkauft oder verschenkt werden soll, sein „zwingend eine Entscheidung des Stadtrats notwendig“.

Aber im Stadtrat ist die Mehrheit doch klar? Nicht mehr so ganz, heißt es im Rathaus. Innerhalb der CDU werde neu nachgedacht. Einige CDU-Stadtverordnete sind mit der Linie ihres kulturpolitischen Sprechers, Richard Borg, nicht einverstanden. Nun, so heißt es, habe auch der CDU-Kreisvorsitzende, Finanzminister Peter Jacoby, gebeten, über die Sache nochmal nachzudenken. In der CDU merke man langsam, sagt ein christdemokratischer Kommunalpolitiker, dass die eigene Wählerschaft den Kopf schüttele über die Entscheidung, das Museum ohne Not aufzugeben.
 
Auch bei den Freunden des Abenteuermuseums wird neu nachgedacht. „Mittlerweile komme ich immer mehr zu der Überzeugung, die Freunde des Abenteuermuseums sollten die Schätze übernehmen, bevor die Feinde des Museums sie verscherbeln“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Heribert Leonardy. Er befürchtet: „Würde man Exponate anderen Museen anbieten, könnte ich an zehn Fingern aufzählen, was die nehmen würden: nämlich die Rosinen. Und die Sammlung, die keine ethnologische Schau ist, sondern das Leben eines Individualisten unter und mit fremden Völkern dokumentiert, wäre auseinandergerissen.“ Martin Rolshausen  
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