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Kampfaxt, Schwert und Kostbarkeiten - Keltengrab bei Hermeskeil entdeckt

Es ist eine kleine Sensation. Archäologen der Terrex haben bei Hermeskeil 46 Gräber aus spätkeltischer Zeit entdeckt. Darunter ein Fürstengrab mit reichhaltigen Beigaben: Kampfaxt, Schwert, eine große Weinamphore und Gefäße.

Von SZ-Redakteuren Rainer Ulm und Volker Fuchs


Hermeskeil/Nonnweiler.
Das Grab eines keltischen Adligen haben Archäologen auf einem Feld an der Züscher Straße östlich von Hermeskeil gefunden. Dass es sich um eine hochgestellte Persönlichkeit gehandelt haben muss, die hier bestattet wurde, schließt Archäologe Thomas Fritsch von der kreiseigenen Grabungsgesellschaft Terrex aus den Beigaben, die in der Begräbnisstätte entdeckt wurden.

„Eine etwa 1,30 Meter hohe, aus Italien importierte Wein-Amphore gab uns ein erstes Indiz auf die hohe soziale Stellung des Toten“, sagt Fritsch. „Nur Reiche konnten sich den teuren, importierten Wein leisten. Ein Geschirrsatz von zwölf Gefäßen diente dem Toten zur Bewirtung seiner Gäste im Jenseits“, so der Archäologe weiter, der in Kooperation mit dem Rheinischen Landesmuseum Trier die Ausgrabung leitet.

Vervollständigt wurden die Beigaben durch eine komplette Waffenausstattung. Das rituell verbogene Schwert und eine eiserne Kampfaxt stellten ehemals die Angriffswaffen des Toten dar. In einer Tonschale lag der Schwertgurt, während sich die Reste des Schildes unter den verbrannten Leichenresten fanden. Die ursprünglich hölzerne Grabkammer stammt aus dem ersten Jahrhundert vor Christus.

Insgesamt erforschten die Mitarbeiter der gemeinnützigen Grabungsgesellschaft Terrex und freiwillige Helfer in den vergangenen Wochen 46 Gräber aus der Zeit des 2. Jahrhunderts vor Christus bis zum 3. Jahrhundert nach Christus, dem Zeitraum des Überganges von der keltischen zur römischen Kultur.

Fritsch, der Grabungsleiter auf dem keltischen Ringwall Hunnenring ist, unterstreicht die Bedeutung des Adelsgrabes: „Es ist der prächtigste Fund in der gesamten Region in den letzten Jahrzehnten.“ Die neuen Grabungen rücken nach seiner Meinung die Region um den Hunnenring bei Nonnweiler in ein neues Licht. Das Gebiet war ein Zentrum keltischer Macht. Fast 100 Fundstellen aus keltischer und römischer Zeit zeugten davon.

Ein Wermutstropfen für die Archäologen stellt der Diebstahl zweier wertvoller Grabgefäße dar. Je ein kleiner Becher und eine Flasche aus dunkelgrauem Ton wurden aus einem Grab entwendet.

Aufmerksam geworden auf das Areal östlich von Hermeskeil sei man geworden, nachdem ein Pflug bei Ackerarbeiten ein Gefäß zu Tage befördert hatte. „Ohnehin gibt es hier bereits seit längerem Hinweise auf ein keltisches Zentrum, das sich hier befunden haben muss“, berichtet Fritsch. „Neu ist die Erkenntnis, dass in dessen Nähe offenbar nicht nur arme, sondern auch wohlsituierte Leute gelebt haben müssen und bestattet wurden.“ Zudem hatten die Römer 150 Meter von der Stelle entfernt, wo jetzt das Adligengrab gefunden wurde, ein Zeltlager aufgeschlagen, nachdem der Hunnenring aufgegeben worden war.




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