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Kampfhund-Attacke in Sparkasse: Ordnungsamt ermittelt gegen Besitzer

Saarbrücken. Nachdem eine 50-Jährige Frau am Dienstag von einem Kampfhund in einer Sparkassen-Filiale in Saarbrücken angefallen wurde, muss der Besitzer des Tieres jetzt offenlegen, ob er alle Vorschriften zum Besitz eines gefährlichen Hundes eingehalten hat. Das Ordnungsamt Saarbrücken hat ein entsprechendes Schreiben an ihn versandt, wie Jürgen Wohlfarth vom Ordnungsamt gestern auf SZ-Anfrage mitteilte. In jedem Fall handele es sich um fahrlässige Körperverletzung.

Für gefährliche Hunde gelten besondere Vorschriften. Das sind nach der „Polizeiverordnung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunde“ solche, die bissig sind, Menschen bereits in aggressiver Weise angesprungen haben oder auf Angriffslust gezüchtet wurden. Bestimmte Rassen werden grundsätzlich als gefährlich eingestuft. Darunter fallen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und American Pit Bull Terrier. „Da der betroffene Hund jemanden angegriffen hat, ist er auf jeden Fall gefährlich“, sagte Wohlfarth.

Für als gefährlich eingestufte Hunde gelte Maulkorbpflicht außerhalb der eigenen vier Wände. Zudem müsse der Halter nachweisen, dass er einen entsprechenden Lehrgang belegt hat. Dabei lernen Hundebesitzer etwas über die Verhaltensweisen und den richtigen Umgang mit den Tieren. Bei den drei gesondert aufgeführten Rassen gilt das automatisch. Nur mit einem Wesenstest könne die Gefährlichkeitsvermutung widerlegt werden. „Ein Wesenstest kostet 300 Euro“, sagte Wohlfarth. Die Kosten trage der Besitzer. Alle drei Jahre müsse der Test wiederholt werden. Doch Wohlfarth fügte hinzu, dass diese Vorschriften schwer zu kontrollieren seien. Es werde schließlich auch nicht jeder Hund gemeldet. Von insgesamt 5000 Hunden, die in der Stadt Saarbrücken gehalten werden, gelten nur 20 als gefährlich. „Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich doppelt so hoch“, erklärte der Dezernent. Die Zahl von Hunde-Attacken steige. Genaue Zahlen konnte Wohlfarth nicht nennen.

Ob es sich bei dem Hund des 22-Jährigen um einen American Staffordshire Terrier handelt, wie die Polizei mitgeteilt hatte, sei allerdings noch nicht eindeutig belegt, so Wohlfarth. „Es steht nur fest, dass es ein weißer Kampfhund war.“ Es gebe auch Kreuzungen. Eventuell müsse ein Tierarzt die Rasse feststellen. Für die Rasse American Staffordshire Terrier bestehe seit 2001 bundesweit ein Einfuhrverbot, erklärte Wohlfahrt. Doch überprüfen könne man das kaum. Wer einen Hund im Kofferraum über die Grenze bringe, falle kaum auf. Laien dürften diese Rasse nicht selbst züchten. Nach Angaben des Saarbrücker Ordnungsamtes gab es im Juni einen ähnlichen Vorfall, bei dem ein weißer Hund einen anderen Hund verletzte. Die Behörde vermutet, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das auch die Frau in der Sparkasse schwer verletzte. Die Identität des Halters konnte jedoch im Juni nicht festgestellt werden. nkl

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