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Kann die Europa-Galerie auch ihr Umfeld aufwerten?



Saarbrücken. Blühende Landschaften hat Dieter Ehrmanntraut nicht versprochen, aber dass sich etwas tut im Umfeld des Hauptbahnhofs, da gab er sich sehr sicher. Das neue „Shopping-Center mit besonderer Qualität“ werde „Impulsgeber für das Umfeld“ sein, sagte Ehrmanntraut im März 2004. Da war Ehrmanntraut noch Baudezernent der Landeshauptstadt. Und weil noch nicht alle politischen Entscheider überzeugt waren vom Großprojekt am Bahnhof, musste er noch werben für die Verschmelzung von Saar-Galerie und ehemaliger Bergwerksdirektion.

Karl-Marx-Straße wirkt  trostlos

Es blüht in einigen Wochen wohl tatsächlich direkt gegenüber der Galerie. Dort wuchern nämlich Sträucher über einen hohen Zaun mit Werbeplakaten. Nicht nur die wuchernden Pflanzen passen wenig zur prunkvollen Galerie. Das Fenster neben der Schröder-Rostwurstbude in der Reichstraße ist mit Papier verklebt. Ein Schild weist darauf hin, dass die Sushi-Bar im Obergeschoss offen hat. Der Laden nebenan wird gerade renoviert.

Die Karl-Marx-Straße, die die Galerie mit dem leerstehenden ehemaligen C&A-Gebäude verbindet, wirkt dagegen recht trostlos. Die Traditionsgaststätte Kupferkessel hat geschlossen. Dort ist ein Spielsalon eingezogen. Der zweite im unmittelbaren Umfeld der Galerie. Das Sanitätshaus Kraus, einer der letzten alteingessenen Fachbetriebe in der Stadt, ist eingeklemmt zwischen einem Internetcafé, einem Ramschladen und einer Friseurkettenfiliale.

Leerstehende Gebäude

Direkt gegenüber dem ehemaligen C&A-Gebäude gammelt das ehemalige Café Menn vor sich hin. Im Schaukasten des Café-Restaurants, das zuletzt Haags Holzkopp hieß, hängen Speisekarten aus dem April 2008. Drinnen stehen tote Pflanzen am Fenster, Salz- und Pfefferstreuer auf den Tischen – so als wäre der Wirt nur mal eben in der Pause.

Dieter Ehrmanntrauts Nachfolgerin, Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, sieht keinen Grund zur Beunruhigung. Im Gegenteil: „Wir stellen keine negative Entwicklung im Umfeld der Europagalerie fest“, teilte sie gestern auf Anfrage mit. „Die Einrichtung einer Spielhalle in der Karl-Marx-Straße ist laut Bebauungsplan zulässig. Da wir an anderer Stelle Genehmigungen sehr restriktiv handhaben, werden auch teurere Innenstadtlagen als Ausweich belegt. An dieser Stelle sehen wir durch die Nutzung kein Indiz für ein ,trading down“, sagt sie. „Trading down“ nennt man unter anderem die Senkung der Stadtort-Qualität.

Wandel-Hoefer sieht die Entwicklung positiv: Im Umfeld der Galerie löse „sich schrittweise ein jahrzehntelanger Investitionsstau“. Nach Walters Eck wird nun auch Korns Eck umgebaut. Für das unbebautes Grundstück in der Karl-Marx-Straße gebe es „nach langer Stagnation wieder erste Anfragen“. „Wir gehen von weiteren privaten Investitionen aus“, sagt die Baudezernentin.

Erste Aufräumaktionen

Die Stadt selbst „wertet das Umfeld im Straßenraum auf“, sagt Wandel-Hoefer. In der Faktoreistraße wurden alte Verkaufsbuden abgerissen, „nach ersten Aufräumaktionen wird hier schrittweise ein kleiner Stadtteilpark angelegt, der weitere, sehr breite Straßenraum soll unter Einbeziehung der Anlieger umgestaltet werden“.

Auf der Nordseite der Galerie hofft die Stadt „auf neue Bewegung für Alte und Neue Post“. „Nach langer Vernachlässigung durch internationale Immobilienfonds“ habe jetzt ein „ortsansässiger Investor das Gebäude erworben, dessen Entwicklungspläne die Stadt fachlich-konstruktiv begleiten wird“, kündigt Wandel-Hoefer an. Sie führe zusammen mit Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und dem Amt für Wirtschaftsförderung „zurzeit auch viele Einzelgespräche mit den Eigentümern im Umfeld der Europa-Galerie, um sie bei Zukunftsplanungen bestmöglich zu unterstützen“.

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