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Kappler wird Protokoll­chefin des Saarlandes

Bianca Kappler wird neue Protokollchefin des Saarlandes. Weil die 33-Jährige nicht nur als Weitspringerin, sondern auch als CDU-Wahlkampfhelferin aktiv war, spricht die SPD von »Versorgungspolitik«.

Bianca Kappler wird neue Protokollchefin des Saarlandes. Weil die 33-Jährige nicht nur als Weitspringerin, sondern auch als CDU-Wahlkampfhelferin aktiv war, spricht die SPD von »Versorgungspolitik«.

Saarbrücken. Gerade noch im Trainingslager für die Olympischen Spiele 2012, ereilte sie gestern der Ruf der Politik: Die Saarbrücker Weltklasse-Weitspringerin Bianca Kappler wird neue Protokollchefin des Saarlandes. Das gab die Staatskanzlei bekannt. Die 33-Jährige übernimmt mit Beginn des kommenden Jahres die Nachfolge von Heidi Müller, die das Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgibt.

Als erfolgreiche Leichtathletin kenne sich Kappler auf internationalem Parkett bestens aus und wisse sich in der Öffentlichkeit sicher zu bewegen, begründete der Chef der Staatskanzlei, Karl Rauber, die Wahl. Als Leiterin der Abteilung „Protokoll und auswärtige Angelegenheiten“ ist die gebürtige Hamburgerin künftig unter anderem für die Organisation repräsentativer Auftritte des Landes und die Betreuung von Botschaftern und Diplomaten zuständig. Kappler, die seit sieben Jahren am Olympiastützpunkt in Saarbrücken trainiert, studierte Französisch und Germanistik und arbeitet seit einigen Monaten als Volontärin im Arbeitsministerium. Sie sei kontaktfreudig, spreche mehrere Fremdsprachen und könne sich deshalb problemlos mit ausländischen Gästen unterhalten, so Rauber.

Die Opposition ist empört. Niemals reiche Kapplers Qualifikation aus, um eine Spitzenposition in der obersten Verwaltungsbehörde des Landes wahrzunehmen. Der Sportlerin fehle jegliche Verwaltungserfahrung, so der Generalsekretär der Saar-SPD Reinhold Jost. Auch der Landesvorsitzende der Saar-Linken, Rolf Linsler, bezeichnete Kapplers „Blitzaufstieg“ als „absolut nicht nachvollziehbar“. Der Verdacht: Kappler habe ihren neuen Job als Dankesgeschenk für ihren Einsatz im CDU-Landtagswahlkampf erhalten. Damals warb die Sportlerin wie einige andere Prominente auf Plakaten mit ihrem Konterfei für Ministerpräsident Peter Müller. Während im öffentlichen Dienst massiv gespart werde, sei für verdiente CDU-Wahlkampfhelferinnen immer noch ein warmes Plätzchen frei“, so Jost. In der Staatskanzlei nimmt man die Kritik gelassen auf. Kappler habe durch ihren Lebenslauf und ihre bisherige Arbeit im Ministerium fachlich und persönlich überzeugt, der Personalrat habe der Stellenbesetzung einvernehmlich zugestimmt. Die Sportlerin erhalte die normale Besoldung für Uni-Absolventen (Eingangsstufe E13: 3075 Euro). Auch die Sportlerin reagierte auf die Diskussionen locker: „Ich glaube, dass ich deutlich mehr Qualifikationen habe, als 6,90 Meter weit springen zu können“, sagte Kappler gestern. Sie freue sich auf die neue Herausforderung. Ihre Sportkarriere werde sie aber nicht an den Nagel hängen. Sie sei sicher, dass die Arbeitszeiten flexibel gestaltbar seien und das Training nicht zu kurz komme.

 

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