L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Kaputte Straßen im Saarland kosten Milliarden

Die lang anhaltende Frostperiode hat teilweise riesige Löcher in die Straßen gerissen - so wie hier in Jägersfreude.

Die lang anhaltende Frostperiode hat teilweise riesige Löcher in die Straßen gerissen - so wie hier in Jägersfreude.

Saarbrücken. Eine sehr beliebte Sportart im Winter ist der Slalom – der alpine, nicht der auf der Straße. Doch genau zu diesem müssen derzeit die Autofahrer in Deutschland ansetzen, wollen sie ihr Fahrzeug nicht von Schlagloch zu Schlagloch steuern. Denn nun, da die Schneemassen der vergangenen Wochen langsam hinweg schmelzen, tun sich auf nahezu jeder Straße tiefe Löcher auf. Beinahe allerorten bröckelt der Asphalt. „Dieser extrem harte Winter stellt uns vor große Probleme“, erklärt Thomas Blug, Sprecher der Pressestelle der Stadt Saarbrücken. „Es ist noch nicht ganz absehbar, aber ich denke, dass die Straßenschäden aus den Vorjahren am Ende dieses Winters teilweise erheblich überschritten sein werden.“


Frost-Schäden  werden derzeit dokumentiert

Rund 20 Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sind seit Beginn dieser Woche auf den Straßen der Landeshauptstadt unterwegs, um die Frost-Schäden zu dokumentieren und erste Reparaturmaßnahmen einzuleiten. „Das soll schnellstmöglich geschehen. Ich schätze, dass die erste Reparatur mit Kalt-Asphalt um die 300 000 Euro kosten wird“, sagt Blug. Ein stattlicher Betrag, wenn man bedenkt, dass für die reine Instandhaltung der innerstädtischen Verkehrsadern insgesamt 3,4 Millionen Euro veranschlagt sind (2,5 Millionen für städtische Straßen und 540 000 Euro für Bundes- und Landstraßen). Der eingesetzte Kalt-Asphalt kann auch bei niedrigen Temperaturen verarbeitet werden, ist allerdings teuer. Die Haltbarkeit der „Flickstücke“ ist zudem begrenzt. „Bei uns sieht es stellenweise ganz schön schlimm aus“, berichtet Harald Fell, Leiter der Tiefbau-Abteilung der Stadt St.


Vor dem Winter kleine Risse - jetzt Löcher

Wendel, über den Zustand des 180 Kilometer langen Straßennetzes innerhalb der nordsaarländischen Kreisstadt. „Wo vor dem Winter kleine Risse in der Straße waren, klaffen jetzt richtige Löcher“, erzählt Fell und hofft, „dass das Schlimmste überstanden ist“. Denn ginge es so winterlich weiter wie bisher, „dann käme im Frühjahr einiges an Arbeit auf uns zu.“ Denn auch in St. Wendel wird momentan nur mit Kaltasphalt geflickt. Ebenso in Völklingen: „Wir haben uns noch keinen genauen Überblick verschaffen können, was alles kaputt ist“, sagt Uwe Grieger, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Völklingen. „So richtig wird man eh erst im Frühling einschätzen können, welche Schäden dieser Winter verursacht hat.“ Und was das alles kostet. Die Kostenfrage stellt auch Klaus Kosok, beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) für Öffentlichkeitsarbeit zuständig: „Aber das zu schätzen, ist reine Kaffeesatzleserei.“ Ende März seien alle Schäden ersichtlich, „dann können wir genau sagen, was gemacht werden muss“.

Frost hat Löcher in Asphalt gesprengt

Zu Anfang des Jahres ist lediglich absehbar, dass Väterchen Frost gewaltige Löcher in den saarländischen Asphalt gesprengt hat. Das macht er mit Wasser, das in defekte Straßendecken eindringt, dort gefriert, sich ausdehnt und den Asphalt aufbricht. Zuerst entsteht ein Riss, im Laufe der Zeit dann ein Schlagloch, das beträchtliche Ausmaße annehmen kann. Wer schon einmal durch ein solches hindurch gefahren ist, weiß, dass diese Dinger nicht lustig sind. Schon gar nicht für die Fahrzeugfelgen. Bekommen diese einen Schlag und gehen kaputt, bleibt der Autofahrer gemeinhin auf den Kosten sitzen.

Fahrradfahrer kann stürzen

Ein Straßenschild mit dem Hinweis auf die vorhandenen Straßenschäden genügt, und die zuständigen Behörden sind gewöhnlich aus dem Schneider. Allerdings nicht immer: „Wenn jetzt ein 30 Zentimeter tiefes Loch in der Straße klafft und etwa ein Zweiradfahrer schwer stürzen könnte, reicht so ein Schild natürlich nicht“, erläutert Georg Himbert, Pressesprecher der Landespolizeidirektion.

Klaus Hardt, Vorstandsmitglied beim ADAC Saarland, kritisiert indes: „Seit Jahren werden Haushaltsmittel für Infrastrukturmaßnahmen gekürzt.“ Ein wirkunsvolles Erhaltungsmanagement erfordere jährlich acht Milliarden Euro – vergangenes Jahr waren es vier.

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