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Karlsberg will in Homburg 10 Millionen investieren

Zehn Millionen Euro fließen in vier Etappen bis Ende 2013 in die Modernisierung der Technik am Homburger Stammsitz mit seinen 450 Mitarbeitern.

Zehn Millionen Euro fließen in vier Etappen bis Ende 2013 in die Modernisierung der Technik am Homburger Stammsitz mit seinen 450 Mitarbeitern.

Homburg. Der Generationswechsel bei der Homburger Karlsberg Brauerei verläuft leise. Christian Weber (31), seit drei Monaten als Prokurist der Karlsberg Holding im Unternehmen tätig, tritt bereits langsam in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vaters Richard Weber (66), dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Brauerei. Immer häufiger ergreift Christian Weber bei öffentlichen Anlässen das Wort. So auch gestern beim Richtfest aus Anlass des Baus einer neuen Anlage, mit deren Hilfe die Brauerei den Einsatz von Energie beim Kühlungs-Vorgang deutlich reduzieren will. Dadurch lassen sich der Wasser-und Stromverbrauch um zehn Prozent senken.

„Wir sind als Brauerei sehr gut aufgestellt für die Zukunft.“

Zehn Millionen Euro fließen in vier Etappen bis Ende 2013 in die Modernisierung der Technik am Homburger Stammsitz mit seinen 450 Mitarbeitern. Ein neues Rohrleitungssystem im Gärkeller, neue Kombitanks sowie ein neues Gebäude neben dem Gärkeller folgen noch. Dies alles soll Kosten senken, die Produktivität erhöhen und Zeichen setzen. Solche, die Christian Weber so interpretiert: „Wir sind als Brauerei sehr gut aufgestellt für die Zukunft.“

Seine persönliche Motivation ist jetzt schon klar erkennbar: „Ich habe die Chance, künftig mitzugestalten. Das finde ich sehr spannend. Wir haben klare Strukturen in der Brauerei. Dadurch können wir schnell entscheiden und flexibel handeln.“ Letzteres sei ein entscheidender Vorteil gegenüber Großunternehmen mit umfangreichen Etats, die aber wegen ihrer Schwerfälligkeit nicht dazu in der Lage seien, Qualitätsprodukte zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt zu bringen.

Gutes Verhältnis zu Mitarbeitern

Überredungskünste waren offensichtlich nicht notwendig, Christian Weber für seine neue Aufgabe zu begeistern: „Mein Vater hat nie versucht, mich zu überreden. Er hat gesagt: Wenn Dich das interessiert, mach das. Dann mach es richtig.“ Und nach 15 Jahren mit zahlreichen Erfahrungen im Ausland hat auch der Zeitpunkt gepasst: die Wiederaufstellung der Familienbrauerei als Unternehmen mit dem klaren Schwerpunkt auf die Region. Ein Studium der Volkswirtschaften in Edinburgh, Tätigkeiten bei Nestlé in der Schweiz, in Afrika und zuletzt bei Heineken im Osteuropa-Geschäft helfen Christian Weber, seine Rolle in Homburg zu finden. Nach seinen Auslands-Erfahrungen ist der Manager auch zu manch überraschender Erkenntnis gelangt. So sei der Erfolg des Wirtschafts-Standortes Deutschland auch der Arbeit starker Betriebsräte zu verdanken. „Wir haben zu unserem Betriebsrat sehr gute Kontakte und so auch ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern. Dadurch können wir gemeinsam vieles bewegen.“ Eine neue Strategie brauche Karlsberg nicht. „Wir müssen uns nicht neu erfinden.“ Den Markt für Billig-Anbieter werde man anderen überlassen. „Billig kann jeder“, findet Weber. Er selbst kann nicht nachvollziehen, warum auf dem deutschen Markt als Heimat des Bieres ständig Versuche liefen, die Preise zu unterbieten. Das zerstöre Werte und Arbeitsplätze.

Stärkere Präsenz bei Festen

Karlsberg setze auf neue Produkte, auf eine stärkere Präsenz bei Festen und einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Gastronomen. Auch die 28. Auflage des Homburger Bockbier-Festes am vergangenen Wochenende hat Christian Weber an der Seite seines Vaters mit eröffnet. Wann er offiziell dessen Nachfolger wird, steht aber wohl noch nicht fest. „Es gibt kein konkretes Übergangsszenario“, sagt Christian Weber. Zumal beide erkennbar viel Freude am Bierbrauen haben.

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