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Kassensturz auf dem Campus

Saarbrücken. 18 Millionen Euro hat die Saar-Uni in den vergangenen beiden Jahren durch Studiengebühren eingenommen. Bezahlt haben diese Summe etwa 13 000 gebührenpflichtige Studenten. Sie zahlen je 300 Euro in den ersten beiden Semestern und 500 Euro für jedes weitere an die Uni. Klar geregelt ist, wofür die Gebühren verwendet werden dürfen: ausschließlich zur Verbesserung von Studium und Lehre. Über die konkreten Ausgaben stimmen Professoren und Studenten gleichenberechtigt ab. Ein zentrales Gremium entscheidet über fächerübergreifende Maßnahmen und verwaltet rund 30 Prozent des gesamten Gebühren-Topfes. Über die übrigen 70 Prozent bestimmen die acht Fakultäten selbst.

Doch was hat die Uni in zwei Jahren mit den 18 Millionen Euro gemacht? Uni-Präsident Volker Linneweber freut sich vor allem über neue Stellen: „Etwa fünf Millionen Euro haben wir unmittelbar in die Lehre investiert. Wir haben über 1000 Tutoren-, Hilfswissenschaftler- und Mentorenstellen geschaffen. Eine weitere Million Euro haben wir für Gastdozenten und -professuren ausgegeben.” Ein Beispiel: Die Rechtswissenschaften haben heute Arbeitsgemeinschaften mit zwölf Studenten pro Tutor. Vor drei Jahren waren es noch 35 Studenten pro Tutor, so Linneweber. Das Sprach- und Sportkurs-Angebot ist für Studenten nun kostenlos und wird jedes Semester umfangreicher. Für Serviceangebote wie die Fächerkoordinatoren, Exkursionen, E-Learning zahlte die Uni weitere sechs Millionen Euro. Und zwei Millionen Euro flossen in einen „Ausfallfonds“, der zur Absicherung der Studiengebühren-Kredite dient.

Im vergangenen Semester konnten die Studenten die Gebärdensprache lernen, auch dieses Angebot wurde aus Studiengebühren finanziert. Eingebracht hatte den Vorschlag Wael Hamdan, einer der beiden Vorsitzenden des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (Asta). Hamdan ist allerdings gegen Studiengebühren. „Gebühren fördern die soziale Selektion.” Als Mitglied eines Vergabegremiums könne er sich aber derzeit zumindest für die sinnvolle Verwendung des Geldes einsetzen. „Solange die Gebühren nicht abgeschafft sind, versuchen wir das Geld vor Fremdnutzung zu schützen und sorgen dafür, dass es nur für Lehre und Studium verwendet wird.” Die Schaffung von Fächerkoordinatoren sei ein gelungenes Beispiel dafür.

Die Medienausstattung der Hörsäle und Seminarräume sei inzwischen auf einem sehr guten Stand. Doch wäre das nicht auch ohne Gebühren möglich gewesen? „Wohl nicht. Wir finanzieren mit den Gebühren auch ein großes Stück Luxus, das in dem Ausmaß nicht notwendig ist, um vernünftig studieren zu können. Nicht in jeder Ecke der Uni muss wirklich ein Beamer hängen”, kritisiert Hamdan. Insgesamt hat die Uni für Projektoren, DVD-Abspielgeräte und die Ausstattung der Bibliothek rund zwei Millionen Euro ausgegeben.

Dass die Medizin-Studenten des Homburger Campus seit Kurzem mit Patienten-Puppen im Wert von rund 75 000 Euro üben können, sei kein Luxus, findet Professor Dr. Norbert Graf . „Mit den Notfallsimulationspuppen können Studenten endlich unter realistischen Bedingungen lernen, wie man Defibrillatoren einsetzt oder wie sie Patienten lebensrettende Medikamente spritzen.” Obwohl die Anschaffung teuer war, herrschte im entsprechenden Fakultäts-Gremium Einigkeit über die Dringlichkeit der Anschaffung.

Sollte bei einer Entscheidung Stimmengleichheit herrschen, hätte der federführende Fakultätsdekan oder der Uni-Präsident doppeltes Stimmrecht, doch das sei laut Linneweber bisher noch nicht erforderlich gewesen. „In einem solchen Fall würde ich mich aber immer für den Vorschlag der Studenten entscheiden”, versichert der Uni-Präsident.

Die konfliktreichste Entscheidung war bisher die Aufstockung des Gebäudes C5 2 der Philosophischen Fakultäten. Dort sollen demnächst studentische Arbeiträume entstehen. Trotz heftiger Proteste wurde das Projekt mit knapper Mehrheit, darunter eine Ja-Stimme und eine Enthaltung der Studenten, im zentralen Gebührengremium genehmigt.  
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