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Katholische Kirche: Zehntausende gehen für immer

Bonn/Saarbrücken. Der Missbrauchs- Skandal in der katholischen Kirche hat deutliche Spuren bei der Zahl der Gläubigen hinterlassen. Im vorigen Jahr erreichte die Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland mit 181 193 Menschen den zweithöchsten Stand der Geschichte, wie die gestern vorgelegte Kirchenstatistik zeigt.



Das waren gut 57 000 mehr als im Jahr zuvor (plus 47 Prozent). Nur 1992 lag die Zahl der Austritte höher, dies ging jedoch auf einen Sondereffekt der Wiedervereinigung zurück. Parallel dazu sackte im vorigen Jahr die Zahl der Taufen auf den historischen Tiefstand von 170 339 ab. Damit verlor die Kirche erstmals in einem Jahr mehr Mitglieder als neu getauft wurden. Noch 2007 war die Zahl der Taufen mit 186 000 fast doppelt so hoch wie die der Austritte. Der Statistik nach leben derzeit rund 24,65 Millionen Katholiken in den 27 Bistümern.

Hauptgrund der Austrittswelle sind die zahlreichen Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen. Allein im Erzbistum München und Freising kehrten mehr als 21 000 Menschen ihrer Kirche den Rücken. Im Bistum Speyer, das Teile des Saarlands umfasst, stieg die Zahl der Austritte um rund 1100 auf 3848, das Bistum Trier verzeichnete eine Zunahme um 2800 Fälle auf 7386. Zwar zählt Trier zu den zehn Bistümern, in denen es weiterhin mehr Taufen als Austritte gibt. Doch selbst für Bistumssprecher Stephan Kronenburg ist das nur „ein schwacher Trost“. Auf SZ-Anfrage äußerte er „heftiges Bedauern“ über die Entwicklung.

„Wir werden alles tun, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen“, hieß es auch beim Bistum Speyer. So müssten derzeit alle rund 1150 hauptamtlichen Mitarbeiter beim Bistum ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

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