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Kein Geld mehr für Völklinger 1-Euro-Jobber?

Völklingen/Großrosseln. Derzeit sind 77 Ein-Euro-Jobber für die gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft der Kommunen Völklingen und Großrosseln im Einsatz. Die Männer und Frauen pflegen den Forstgarten in Karlsbrunn, sie gießen die Blumen der Völklinger Ville-Fleurie-Kampagne, helfen bei der Essenszubereitung im Kindergarten oder arbeiten im Büro der Lokalen Aktionsgruppe Warndt.

15 Prozent der Ein-Euro-Jobber in reguläre Beschäftigung

Seit Gründung im Dezember 2004, erklärt Geschäftsführer Kurt Kasper (Foto: bub), hatte die Gesellschaft insgesamt 1300 Ein-Euro-Jobber unter Vertrag. 173 von ihnen schafften den Sprung in den regulären Arbeitsmarkt. Einige wurden von der Stadt Völklingen und der Gemeinde Großrosseln übernommen. Die Zahl deckt sich mit den Erfahrungen von Stefan Franz, dem Teamleiter Arbeitsvermittlung im Völklinger Jobcenter. Rund 15 Prozent der Ein-Euro-Jobber können in reguläre Beschäftigung vermittelt werden.

Franz lobt die hohe Motivation der Arbeitssuchenden, nur selten muss Druck ausgeübt werden. Tränen fließen eher schon mal, wenn die Beschäftigten hören, dass ihr Jahr als Ein-Euro- Jobber endet. Die Maßnahmen, bestätigt Kasper, laufen in der Regel reibungslos. Immer wieder kommen Hilfesuchende von sich aus und fragen nach einer Arbeitsgelegenheit. Im Hartz IV-Bereich kooperiert das Jobcenter mit weiteren Trägern. Insgesamt gibt es in Völklingen und Großrosseln zur Zeit 225 Ein-Euro-Jobber. In den beiden Kommunen, so Franz, leben etwa 3200 Empfänger von Arbeitslosengeld II. Die Zahl ist seit dem Beginn der Reformen relativ stabil geblieben. Innerhalb der Gruppe zeigen sich allerdings Verschiebungen.

Während die Anzahl der Arbeitslosen in den letzten Monaten abgenommen hat, steigt der Anteil der so genannten Aufstocker. Immer öfter reicht ein Vollzeitjob nicht mehr aus, um über die Runden zu kommen. Dann muss der karge Lohn durch Mittel aus dem Hartz-IV-Topf aufgebessert werden. Für dieses Problem sieht Franz nur eine Lösung: die Einführung des Existenz sichernden flächendeckenden Mindestlohns.

Sorgen bereiten Franz und Kasper auch die ständig wechselnden Rahmenbedingungen. Länger als ein halbes Jahr können sie nicht planen. Die Mittel, die Kasper monatlich pro Person zur Verfügung stehen, sanken von ursprünglich 500 Euro auf mittlerweile 290 bis 320 Euro. Davon müssen Arbeitsvergütung, Arbeitskleidung, Fahrtkosten sowie sozialpädagogische Betreuung und Qualifizierung bezahlt werden.

„Wir können nicht mehr kostendeckend arbeiten“, stellt der Geschäftsführer fest. Eine Zeit lang kann das Minus noch durch die Überschüsse der letzten Jahre ausgeglichen werden. Sind die Rücklagen aufgebraucht, müssen die Gesellschafter entscheiden, ob sie die Verluste übernehmen. Kasper und Franz gehen davon aus, dass sich die Stadt Völklingen und die Gemeinde Großrosseln der sozialen Verantwortung bewusst sind und ihre Beschäftigungsgesellschaft nicht Pleite gehen lassen.

HINTERGRUND

Seit dem 1. Januar 2005 gehören die bisherigen Bezieher von Arbeitslosenhilfe und erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger zu einer Gruppe: Sie erhalten das so genannte Arbeitslosengeld II. In Ein-Euro-Jobs können sie bis zu 30 Stunden wöchentlich arbeiten und sich dabei 1,02 Euro pro Stunde hinzuverdienen. Die Arbeitsgelegenheiten müssen gemeinnützig und zusätzlich sein, dürfen regulären Jobs also keine Konkurrenz machen.

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