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Kein Gepäck, keine Antworten am Ensheimer Flughafen

Saarbrücken. Der Flughafen Saarbrücken im „Aufsteigerland Saarland“ sei „wohl eher drittklassig und noch schlechter als Berlin“, steht für Frank Schley fest. Der SZ-Leser-Reporter landete kürzlich in einer aus Antalya kommenden, vollbesetzten Maschine in Ensheim. Im Ankunftsbereich warteten er und die restlichen Fluggäste danach über eine Stunde lang vergeblich auf ihr Gepäck. Doch das Förderband rollte nicht an. „Wir bekamen auch keine Informationen, worin die Verzögerung begründet war.“

Auf telefonische Nachfrage bei der Flughafen-Information sei ihm lediglich mitgeteilt worden, dass man technische Probleme habe, aber den Grund und die Dauer der Verzögerung nicht nennen könne. Zudem hätten die Reisenden vom Zoll erfahren, dass sie den Raum nicht verlassen könnten. Ansonsten könnten sie nicht mehr zurück und bekämen ihr Gepäck nicht mehr.

Erst 70 Minuten nach der Ankunft habe es eine nicht zu verstehende Durchsage gegeben. Schley: „Ein Mitarbeiter vom Rollfeld erklärte uns auf Nachfrage, dass die Verzögerung mit dem fortschreitenden Personalabbau zusammenhänge und die Passagiere sich über die nicht zumutbaren Zustände beschweren sollten“. Kurz darauf sei eine Mitarbeiterin auf das noch immer stehende Förderband gestiegen. Sie teilte den wartenden Passagieren mit, dass das Flugzeug zuerst enteist werden müsse, da der Gepäckraum nicht zu öffnen sei. Erst eineinhalb Stunden nach der Landung habe sich das Förderband in Bewegung gesetzt.

Flughafen-Verkehrsleiter Roman Grethel bedauert diesen Zwischenfall: „Da ist alles zusammengekommen, was zusammenkommen kann.“ So seien an diesem Tag innerhalb von 40 Minuten drei vollbesetzte Maschinen gelandet. Das Hauptproblem sei jedoch gewesen, dass für eine Verbindung nach München kurzfristig ein vereistes Flugzeug gegen eines aus dem Hangar ausgetauscht werden sollte, berichtet Grethel. Da dieses jedoch technische Probleme gehabt habe, habe die ursprüngliche Maschine erst in einem zweistufigen Verfahren aufwendig enteist werden müssen: „Vier Mitarbeiter waren so fast eine Stunde gebunden.“

Das restliche Bodenverkehrspersonal habe derweil die drei Maschinen nacheinander abgefertigt, wobei es zu extremen Verspätungen gekommen sei, bedauert der Verkehrsleiter. „Die Personalstärke ist normalerweise ausreichend“, entgegnet er dem Vorwurf des SZ-Lesers. Für den Bereich sei auf dem Flughafen eine Mindestbesatzung von acht Mitarbeitern vorschrieben, im Normalfall setze man 10 bis 13 ein. Der Informationsfluss an die Passagieren sei spärlich gewesen, gesteht Grethel ein.

Um künftig flexibler auf solche Zwischenfälle reagieren zu können, sei ein Arbeitskreis gegründet worden. Den Reisenden sollen künftig persönliche Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Passagiere, die in Eile sind, können sich ihr Gepäck nachliefern lassen. Und die Wartenden sollen verpflegt werden. mv


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