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Kein Rauchverbot in der Diskonto-Passage

Saarbrücken. Viola Weinmann (67) ärgert sich: „Mich stört es, dass die Leute ihre Kippen einfach auf den Boden werfen. Es gibt doch hier unten Mülltonnen.“ Sie ist regelmäßige Kundin in der Diskonto-Passage. Gerade kauft sie Marmelade im Reformhaus Rudolffi. Yann-Christophe Rudolffi (43) nickt zustimmend: „Ja, viele werfen die Zigaretten einfach achtlos überall hin. Klar, stört das.“ Vater Hans-Jörg (72) sieht’s gelassener. „Es wird doch auch in der Bahnhofstraße geraucht“, sagt er achselzuckend und beschreibt, dass regelmäßig Reinigungskräfte mit Abfallgreifern durch die Passage gehen, um Dreck aufzusammeln. Kundin Weinmann zeigt Richtung Segafredo und betont: „Wenn Sie da vorbeigehen, stinkt es mehr nach Zigarettenrauch als früher in Kneipen.“

Rauchverbot in Räumen

Seit dem 1. April 2011 gilt im Saarland Rauchverbot in allen „umschlossenen Räumen“, die im Nichtraucherschutzgesetz aufgezählt sind. Auch das Segafredo hält sich daran: „Im Café darf man auch bei uns nicht rauchen, aber eben vor der Tür“, erläutert eine Angestellte bei Segafredo. Kleine Bistrotische stehen vor an der Glasfront. „Auf jedem Tisch steht bei uns ein Ascher. Wir leeren sie ständig. Viele Kunden warten, bis draußen ein Tisch frei wird, weil sie ihren Kaffee gerne mit Zigarette genießen.“ Doch „draußen“ ist Kunden wie Weinmann, nicht luftig genug, denn trotz der sechs großen Eingänge, die Frischluft reinlassen, ist es doch „eigentlich ein geschlossener Raum“, findet Weinmann.

Rudolph Kuby, Inhaber des Geschäfts „Fisch & Meer“, stört sich nicht an den Rauchern. „Der Rauch zieht vom Café nicht zu uns rüber. Überall sind ja Lüftungen eingebaut“, sagt er und zeigt auf einen Lüftungsschacht in der Decke. „Was mich stört, sind die Mülleimer.“ Kuby zeigt auf einen der Müllbehälter.

Das Problem: Die Mülleimer haben keinen integrierten Ascher. Stattdessen liegen unzählige Kippen auf der Abdeckung. „Schon mittags ist die Fläche voll mit Kippen. Das stört das Erscheinungsbild. Aber demnächst werden neue Mülleimer aufgestellt. Dann hat sich auch das Problem erledigt.“ Stephan Kreis von „Früchte Kreis“ sieht ebenfalls kein „großes Problem“. Das Obst- und Gemüsefachgeschäft liegt am anderen Ausgang und „wird nicht so stark zugequalmt“.

Rauchend auf der Treppe

Trotzdem kann Kreis, Kunden wie Weinmann verstehen: „Natürlich wäre es schöner ohne Kippen. Aber die Passage wird als öffentliche Straße wahrgenommen. Oft kommen Besucher schon mit angezündeter Zigarette die Rolltreppen runter. Wenn sie bei uns an der Saftbar stehen, sag’ ich auch etwas dazu. Das passt einfach nicht.“
Dass der Eindruck entsteht, die Passage sei öffentlich, „liegt daran, dass wir kein geschlossenes Center sind, wir haben ja offene Eingänge“, erklärt Jürgen Lichterfeld, Prokurist der Unternehmensgruppe Schneppendahl.  Sie und die Bayerische Versorgungskammer (BVK) sind die Eigentümer der Passage. Lichterfeld: „Es hat sich bei solchen Passagen gezeigt, dass die Durchsetzung eines Rauchverbots kaum möglich ist. Dazu bräuchten Sie Wachpersonal an den Zugängen.“ Das aber widerspräche der Philosophie der Passageneigentümer, die sich vor allem „kundenfreundlich
zeigen“ und „sich nicht als Moralapostel aufspielen“ wollen.

Lichterfeld: „Es ist vergleichbar mit der Arkaden-Architektur in der Bahnhofstraße. Auch da dürfen die Menschen rauchen.“ Über eine Million Euro haben die Eigentümer gerade in die Sanierung gesteckt, um ein „freundlicheres und helleres Bild“ zu schaffen. Neben einer Decke, die mit Wolkenbildern und Lampen für mehr Licht sorgen soll, wurden drei Aquarien mit Unterwasserwelten installiert. „Am kommenden Samstag werden wir die Neuerungen vorstellen“, sagt Lichterfeld, „samt der neuen Mülleimer. Die haben integrierte Einfuhrstutzen für Zigaretten.“
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