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Kein Stellenabbau bei Ford in Saarlouis

Saarlouis/Köln. Das Saarlouiser Ford-Werk ist bis ins nächste Jahrzehnt gesichert. In einer Vereinbarung zwischen Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat der Ford-Werke wurde jetzt unter anderem festgelegt, dass die nächste Generation des Ford Focus, dessen Start für Ende 2016 geplant ist, ebenfalls in Saarlouis gebaut wird. „Das bedeutet Arbeit bis mindestens 2021“, freute sich gestern Gilbert Hess, vor Vorsitzende des Saarlouiser Betriebsrats. Außerdem steht jetzt fest, dass die Elektroauto- Variante des Focus in Saarlouis gefertigt wird. Produktionsstart soll 2012 sein. Diese Entscheidungen wurde gestern auf einer Betriebsversammlung der Belegschaft mitgeteilt.

„Es herrschte eine Riesenfreude“, erzählt Hess. Erleichterung auch bei den Betriebsräten aus den Unternehmen, die im Ford-Zulieferpark Fahrzeugteile für den Autobauer zusammenmontieren. „Auch dort hängen 2000 Arbeitsplätze an unserem Werk.“ Ford selbst beschäftigt am Saarlouiser Röderberg rund 7100 Männer und Frauen. Davon gehören in Zukunft 6620 Beschäftigte zur Stammbelegschaft. Die restlichen 480 sind Mitarbeiter der Zeitarbeits-Firma Adecco. War vor wenigen Wochen noch die Rede davon, dass 180 Adecco- Mitarbeiter bei Ford ihre Arbeit verlieren, ist dieser Jobabbau inzwischen vom Tisch. Ganz im Gegenteil: 150 Adecco- Mitarbeiter erhalten bei Ford einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Pro Jahr sollen außerdem 150 Auszubildende in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden.



In der Vereinbarung ist zudem festgeschrieben, dass in den beiden deutschen Ford- Werken in Köln und Saarlouis mindestens 350 000 Autos pro Jahr von den Bändern rollen. Diese Zahl wird 2011 dem Vernehmen nach kräftig überschritten. Bis zu 417 000 Ford Focus sollen in diesem Jahr in Saarlouis produziert werden. Im Krisenjahr 2009 waren es 330 000 und im vergangenen Jahr 355 000. Auch in 2012 rechnet der Saarlouiser Betriebsratschef damit, dass „das Werk bis zum Anschlag ausgelastet ist“. Denn der Ford Kuga, das geländegängige Straßenauto auf Basis des Focus, wird noch bis Ende kommenden Jahres in Saarlouis gefertigt. Erst dann soll die Produktion dieses Autos ins spanische Ford-Werk nach Valencia ausgelagert werden. Außerdem gehen die Experten davon aus, dass der aktuell produzierte Focus, den es erst seit Anfang April in Deutschland zu kaufen gibt, im kommenden Jahr in die großen Stückzahlen hineinwächst.

Außerdem sollen weitere Varianten des Mittelklasse- Autos im Laufe der nächsten Jahre dazu kommen – unter anderem ein Cabrio und eine Sportversion (ST). 2013 soll das neue Modell außerdem eine Frischzellen-Kur erfahren. Freude herrschte auch am Ford-Standort in Köln. Die nächste Modellgeneration des Kleinwagen Fiesta soll ebenfalls in der Domstadt gebaut werden. Ab Herbst 2012 soll ein „ein deutlich überarbeitetes Modell“ von den Bändern laufen, wie es in einer Ford-Mitteilung heißt. Im Kölner Motorenwerk startet ab Oktober 2011 eine neue, sparsamere Generation von Antriebsaggregaten. Für Bernhard Mattes, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, „ist die Vereinbarung in vielen Punkten wegweisend“.
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