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Keine Angst vorm „bösen“ Wolf

Dass die Beziehung zwischen Wolf und Mensch die Gemüter erregt, hat auch die Diskussion über die Rückkehr des Raubtiers in den Pfälzerwald gezeigt. Nach der Bekanntgabe des Umweltministeriums, dass bei Ludwigswinkel ein Reh von einem Wolf gerissen wurde – es wurden DNA-Spuren festgestellt –, haben viele Menschen in der Südwestpfalz ihre Freude und Befürchtungen über diese Nachricht kundgetan.

Aber entspricht das Märchen vom „bösen Wolf“ oder Isegrim, wie ihn die Fabel nennt, der Realität? „Wir müssen uns vor Wölfen nicht fürchten“, sagt Michael Müller , Geschäftsführer des Wild- und Wanderparks in Silz. Die Scheu des europäischen Wolfes – derzeit ist davon auszugehen, dass das Tier im Pfälzerwald aus der nordosteuropäischen genetischen Linie stammt – vor dem Menschen sei aufgrund von Jahrhunderte langer Verfolgung genetisch bedingt.

Der Wolf verfüge über seinen sehr ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn. Seine Witterung reiche bis zu einem Kilometer Entfernung, erklärt der Experte. Michael Müller hat viel Erfahrung mit Wölfen, denn in seinem Wildpark sind 13 europäische Exemplare in einem rund einen Hektar großen Gelände zu Hause. Etwa bei der Säuberung des Geheges könne er die Scheu immer wieder beobachten. „Die gehen in die letzte Ecke. Bedrängen sollte man sie aber nicht.“

Wölfe ernähren sich hauptsächlich von Fleisch – auch wenn Sie ebenso eine Vorliebe für süße Beeren wie Kirschen und Mirabellen haben, erklärt der Wildpark-Geschäftsführer. Im Wildpark bestehe die Tagesration für einen Wolf aus 2,5 bis drei Kilogramm Fleisch. Wenn ein Tier in freier Wildbahn ausgehungert sei, könnten es aber auch gut und gerne fünf Kilogramm auf einmal sein. Dabei machten Wölfe keinen Unterschied zwischen Wild- und Nutztieren. Was er leicht bewältigen kann, das holt er sich: „Totgefahrenes Wild, eingezäunte Ziegen oder Schafe sind eine leichte Beute. Denn Wölfe versuchen bei der Jagd mit geringstmöglichem Aufwand den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Ein Reh im Dickicht des Waldes zu reißen, ist für einen Wolf viel schwerer“, sagt Michael Müller . Nachts trauten sich die Tiere möglicherweise auch an die Bebauung heran, um Beute zu machen. Angelockt würden sie etwa von Komposthaufen mit Essensresten. Das Streifgebiet des Wolfes sei sehr groß, „Er ist ein Wanderer.“ Denn Waldtiere bemerkten schnell, wenn ein Wolf unterwegs ist und seien entsprechend vorsichtig. Für den Wolf heißt das in der Regel: weiterziehen.

Sollte sich der Wolf dennoch dauerhaft in der Region niederlassen, sei dies eine Herausforderung für Nutztierhalter und Landespolitik, schätzt die Umweltorganisation WWF. Vor allem Schäfer müssten dann Schutzmaßnahmen einleiten.

Das Land Rheinland-Pfalz ist bereits vorbereitet, denn es gibt einen Wolfsmanagement-Plan. Auf 40 Seiten gibt das Dokument etwa Tipps, wie sich Wanderer oder Hundehalter verhalten sollen, falls sie einen Wolf sehen. Außerdem können Schäfer in Gebieten, in denen der Wolf auftaucht, Fördergeld für Herdenschutzhunde und Zäune erhalten. Falls ein Schaf gerissen werden sollte, bekommt der Tierhalter eine entsprechende Entschädigung.
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