A6 Kaiserslautern Richtung Metz/Saarbrücken Zwischen Kreuz Neunkirchen und AS Rohrbach Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (12:23)

A6

Priorität: Sehr dringend

20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Keine Hinweise auf Krebs durch AKW Cattenom

Die Kühltürme des Atomkraftwerks Cattenom bei Thionville (Frankreich), nahe der deutsch-französischen Grenze.

Die Kühltürme des Atomkraftwerks Cattenom bei Thionville (Frankreich), nahe der deutsch-französischen Grenze.

Das lothringische Kernkraftwerk Cattenom führt nach neuesten Untersuchungsergebnissen nicht zu einem Anstieg der Krebserkrankungen im Saarland. Experten geben deshalb aber nicht Entwarnung.

Saarbrücken. Das lothringische Atomkraftwerk (AKW) Cattenom hat bislang offenbar keine Auswirkungen auf die Krebsrate im grenznahen West-Saarland. Dies geht aus einem Vorab-Auszug aus dem neuen Krebs-Atlas für das Saarland hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Demnach hat es in der betroffenen Region in den vergangenen Jahren weder eine unnatürlich hohe Zahl von Leukämie-Erkrankungen bei Kindern gegeben noch auffällig hohe Zahlen von Schilddrüsen- oder Brustkrebserkrankungen. Die genannten Krebsarten (insbesondere Leukämie bei Kindern) gelten gemeinhin als ausschlaggebend für die Einwirkung radioaktiver Strahlung. Bestätigt werden die Untersuchungsergebnisse auch vom Kinderkrebs-Register in Mainz, das im West-Saarland ebenfalls keine statistisch signifikante Erhöhung der Erkrankungsraten aufweist. Für Christian Küppers, Physiker und Radioökologe am Darmstädter Öko-Institut, sind diese Daten "aber noch lange kein Grund, Entwarnung zu geben". Es bedeute nicht, "dass es keinen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Atomkraftwerken gibt, sondern bislang eben nur keinen messbaren". Küppers verweist auf die "Kikk"-Studie des Deutschen Kinderkrebsregisters von 2007. Danach ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder an Leukämie erkranken, doppelt so hoch, wenn sie innerhalb eines Fünf-Kilometer-Radius um ein AKW wohnen, und 1,33 Mal so hoch in einem Zehn-Kilometer-Radius. Die Ursache sei unklar, denn die Strahlung sei fünf Kilometer um ein Atomkraftwerk nur gering. "Solange es hier keine Antwort gibt, wird man die Hände nicht beruhigt in den Schoß legen dürfen", sagt Küppers. Das AKW Cattenom liegt rund zwölf Kilometer von der Saar-Grenze entfernt.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein