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Keine Katzen-Diebe: Altkleidersammel-Firma kämpft gegen Gerücht

Die Firma Pako kämpft gegen das Gerücht, sie stehle Katzen. Seit das Unternehmen im Saarland Sammeleimer für Altkleider aufgestellt hat, sorgen sich Anwohner um ihre Haustiere. Die SZ hat die Kleider-Sammler begleitet.

Kreis Saarlouis.
Die helle Spitzengardine wackelt, als der weiße Brummi vor dem Haus wieder anfährt. Nabaz Hamid Majed gibt Gas, der weiße Lockenkopf verschwindet vom Fenster. Hamid Majed schüttelt den Kopf, Goran Hamad springt auf das Trittbrett am Bus. Die beiden Männer holen in Wallerfangen die Altkleider-Sammeleimer ab, die sie für die Firma Pako verteilt haben. Das Unternehmen aus Fellbach bei Stuttgart ist aber eher als vermeintliche Katzenfängerbande bekannt.

Keine Katzenklappe im Boden des Fahrzeugs
Seit vier Jahren ist Pako in Südwestdeutschland unterwegs. Gerüchte waren vor etwa einem Jahr aufgekommen und hatten sich schnell verbreitet. „Dieser Bus hat im Boden eine Katzenklappe“, schreibt eine Leserin an die Saarbrücker Zeitung, „inwendig befindet sich verlockend riechendes Katzenfutter“, so ihre Theorie.

Die Sammler kennen die Ängste der Tierbesitzer. „Was sollen wir mit einer Katze?“, fragt Hamad, „eine Katze kann man nicht essen, nicht schlachten, nichts! “ In Internet-Foren warnen Tierschützer mit wirren Behauptungen vor dem Unternehmen; die Kleidersammlung sei nur ein Vorwand, der Aufkleber auf dem Eimer „Mit Katzenfängern haben wir nichts zu tun“ alarmierend.  „Mein Vorgänger wusste sich nach den Anschuldigungen nicht anders zu helfen“, so Geschäftsführer Hossain Jaba.

Ursprung des Gerüchts unklar
Hamid Majed kann sich nicht erklären, woher die Gerüchte kommen. „Vielleicht ist mal irgendwo eine Katze weggekommen, als irgendeine Firma was gesammelt hat“, vermutet er. Im Wagen riecht es nach Kunststoff und Zigaretten. Nicht nach Katzenfutter.

Hamad stellt den Eimer in den Bus; öffnet er die Schiebetür, kommt ein fleckiger Holzboden zum Vorschein, Expander halten die Eimer fest. Sonst nichts. Die Scheiben sind abgedunkelt, damit niemand einen Blick auf Kleidung und Schuhe im Wagen hat. „Beliebtes Diebesgut“, weiß Hamad.

Mit verschränkten Armen und seiner schwarzen Katze erwartet ein junger Mann die Sammler in seinem Vorgarten. Hamad grüßt lächelnd, das Katzenherrchen stemmt die Hände in die Hüften, bleibt stehen bis der Bus wendet.

Viele Bürger besorgt
Den Wagen haben zwei Beamte der Dillinger Polizei Tage zuvor auf Anfrage vieler Bürger geprüft. „Dabei haben wir keine Manipulationen festgestellt, die auf den Transport von Katzen hinweisen, keinerlei Unregelmäßigkeiten“, gibt Hauptkommissar Klaus Ney bekannt. Keine Klappe am Bus, kein doppelter Boden, keine Auffälligkeiten an den Eimern. Bei der Ortspolizei Siersburg hatten sich viele Bürger gemeldet, aber niemand, der eine Katze vermisst.

Diesen Befund der Beamten kennen die Leute nicht, sondern wissen nur: „Bei dem Bus war sogar schon die Polizei, hab’ ich gehört.“ Darauf weist ein älterer Herr hin, als der Brummi durch Hemmersdorf fährt. Hamid Majed hört nicht hin. Auf seinem Weg durch die Straßen hält er nur nach den grünen Eimern Ausschau. Wenn er unterwegs eine Katze sieht, muss er lachen.








 
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