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Keine Notwehr: Fernfahrer schlug Kollegen im Streit den Schädel ein

Wegen gefährlicher Köperverletzung hat das Landgericht einen Fernfahrer zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der 29-Jährige hatte am Abend des 6. Dezember 2014 auf dem Parkplatz der Ford-Werke in Saarlouis einem Kollegen im Streit mit einer Eisenstange den Schädel eingeschlagen. Der 48-Jährige erlitt eine lebensgefährliche Schädelfraktur. Er konnte jedoch gerettet werden, weil der 29-Jährige sofort einen Notruf zur Polizei absetzte.
Beide Männer waren zur Tatzeit massiv alkoholisiert. Sie und andere LKW-Fahrer hatten die mehrtägige Wartezeit bis zum Entladen ihrer Lastwagen mit Grillen, Feiern und Trinken verkürzt. Nach Feststellung des Gerichts griff der ältere Fernfahrer zunächst den jüngeren Mann im Führerhaus von dessen Wagen an. Warum, das blieb unklar. Der 29-Jährige habe daraufhin mit einer Flasche zugeschlagen und den Kollegen rausgeworfen. Dann habe er die Eisenstange gegriffen und sei hinterher. Zwischen den Lastwagen sei der Streit weiter gegangen. Offenbar habe der 48-Jährige erneut zuerst angegriffen. Darauf habe der 29-Jährige ihm zwei Mal mit der Eisenstange auf den Kopf geschlagen. Der Mann ging lebensgefährlich verletzt zu Boden.

Fazit der Richter: Das Ganze sei trotz der Angriffe des 48-Jährigen keine Notwehr gewesen. Notwehr sei die angemessene Verteidigung bei einem Angriff. Im konkreten Fall hätte es dazu viele Möglichkeiten gegeben: Der 29-Jährige hätte nach dem Rauswurf des Kollegen einfach in seinem LKW bleiben können – dann wäre nichts mehr passiert. Oder er hätte weglaufen oder die Kollegen in den nebenan stehenden Lastwagen rufen können. Oder er hätte auf Beine oder Arme des Angreifers schlagen können. All dies wäre möglich und ausreichend gewesen. Aber ein doppelter Schlag mit der Eisenstange auf den Schädel des Mannes, das sei eindeutig zu viel gewesen.
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