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Keine Schulbücher! Familie in Not

Die Ranzen von Julian (9, links) und Marvin (11) Ziuziakowski sind leer. Mutter Renate (32) weiß nicht, wie sie die Bücher bezahlen soll.

Die Ranzen von Julian (9, links) und Marvin (11) Ziuziakowski sind leer. Mutter Renate (32) weiß nicht, wie sie die Bücher bezahlen soll.

Weich ist der Sessel, tief kann man darin versinken, sich reinkuscheln. Renate Ziuziakowski(32) sitzt auf dem Rand. Kerzengerade. Kein Lächeln verliert sich auf ihren Lippen. Auf dem Sofa lümmeln die Söhne Marvin (11) und Julian( 9). Vor ihnen liegt die rosa Plastikmappe, deren Inhalt ihrer Mutter so große Sorgen bereitet: die Bücherliste fürs nächste Schuljahr.

Marvin und Julian wechseln nach den Ferien von der Grund- auf die Gesamtschule. Schon in den Jahren zuvor bekamen sie die Kosten für die Schulbücher erstattet. Antragsformulare hatten die Kinder stets vor den Ferien erhalten. Doch diesmal bekommen die Jungs die Anträge erst danach. Dabei fallen jetzt viel höhere Kosten an: Benötigten die Brüder in den vergangenen Jahren zusammen Unterrichtsmaterial in Höhe von rund 190 Euro, sind nun 413,60 Euro fällig. Geld, das die allein erziehende Mutter von vier Kindern nicht vorstrecken kann. Die Familie lebt von Arbeitslosengeld II.

Das würde bedeuten: Marvin und Julian müssten zunächst ohne Schulbücher zur Schule gehen. Ihre Mutter will das um jeden Preis verhindern: "Dadurch würden sie direkt in eine soziale Schiene reingesteckt." Die Mutter weiß, wie es ist, nicht zu haben, was für Mitschüler selbstverständlich ist: "In der Grundschule musste ich mit Aldi-Tüte, Block und Stift in die Schule gehen."

Rund ein Fünftel der saarländischen Schüler bekamen in den vergangenen Jahren 50 bis 100 Prozent der Bücherkosten erstattet. Das entsprechende Gesetz besteht in der aktuellen Form seit 1984. Zeigt der Fall Ziuziakowski eine Lücke in dem bewährten System? "Nein", heißt es aus dem Bildungsministerium. Dass dabei immer wieder Familien die Grenzen der Regelung zu spüren bekommen, ist dort bekannt. Nennenswerte Verbesserungen hat es bis dato aber nicht gegeben. Aus dem Ministerium heißt es hierzu: "Nach einem in der Landtagssitzung vom Februar 2008 verabschiedeten Beschluss wurde das Ministerium beauftragt Möglichkeiten zur Verringerung der Schulbuchkosten zu erarbeiten. Abschließende Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor."

Doch zumindest im Fall Ziuziakowski sollen die behördlichen Mühlen nun schneller mahlen. Auf unserer Anfrage erklärte sich das Ministerium bereit "nach Lösungen im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten zu suchen".
Caroline Biehl 
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