A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Parkplatz Sötern Parkplatz geschlossen, gesperrt für LKW bis 24.08.2017 07:00 Uhr ab 22.08.2017, 17:00 Uhr (22.08.2017, 14:28)

A62

Priorität: Dringend

20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Keine Weihnachtsmärkte in St. Ingbert und Neunkirchen?

Der Nikolausmarkt in St. Ingbert und der Weihnachtsmarkt in Neunkirchen werden in diesem Jahr gar nicht oder nur in kleinerem Maßstab ausgerichtet.

Der Nikolausmarkt in St. Ingbert und der Weihnachtsmarkt in Neunkirchen werden in diesem Jahr gar nicht oder nur in kleinerem Maßstab ausgerichtet.

Saarbrücken. Kein Glühwein, keine Weihnachtslieder, keine Holz-Buden mit Nussknackern. Die St. Ingberter müssen in diesem Jahr auf ihren Nikolausmarkt verzichten (wie berichtet). Zu wenig Standbetreiber hätten sich gemeldet, trotz niedriger Gebühren, heißt es aus der Stadtverwaltung. Als kleines Trostpflaster soll es eine kleine Konzertreihe mit Weihnachtsmusik in der Innenstadt geben. Zehn Kilometer weiter in Neunkirchen: Auch hier wird es während der Dezember-Wochen ruhiger zugehen als gewohnt. Nach fast dreißig Jahren endet auch in der Kreisstadt die Ära Weihnachtsmarkt. Statt Eislaufbahn und Kunsthandwerk wie noch 2009 wird es dieses Jahr nur noch die abgespeckte Weihnachtsmarkt-Version eines „Weihnachtstreffs“ mit ein paar Buden geben. Eine Adventszeit ohne Räuchermännchen-Buden und Glühwein-Stände? In den Fußgängerzonen von Neunkirchen und St. Ingbert wird heftig diskutiert.

Ungewisse Zukunft

„Die Weihnachtsmärkte der Mittelstädte werden es in Zukunft immer schwerer haben“, sagt Thomas Sonnier. Der Vorsitzende des Saarverbandes der Schausteller kennt sich aus mit Weihnachtsmärkten, organisiert selbst den in der Landeshauptstadt mit.

Was Sonnier beschreibt, ist ein Vakuum, das sich im Laufe der vergangenen Jahre zwischen den kleinen ländlichen Gemeinden auf der einen Seite und den Angeboten der großen, etablierten Weihnachtsmarkt-Städte Saarbrücken, St. Wendel und Trier auf der anderen Seite gebildet hat. Letztere expandierten zuletzt enorm. Der fliegende Weihnachtsmann, das „nordische Dorf“, die Neun-Meter-Pyramide – alleine in den Saarbrücker Christkindlmarkt fließen in diesem Jahr über eine Million Euro. Die Konzepte aller großen Märkte sind kommerziell, die Angebote auf Massen-Spektakel ausgerichtet. „Das zieht Publikum“, sagt Sonnier. Auf der anderen Seite stehen die unzähligen Weihnachtsmärkte in den kleinen Gemeinden. Diese verdienen zwar oft die Bezeichnung „Markt“ nicht, da sie nur aus wenigen Buden bestehen und ein Spaß von einem Wochenende sind. Doch geht es dort nicht darum, das große Geld zu verdienen. Der örtliche Fußballverein schenkt Glühwein aus, die freiwillige Feuerwehr verkauft Waffeln. Es sind Feste von Dorfbewohnern für Dorfbewohner. „Das Vereinsleben auf dem Land ist oft noch intakt, trotzdem gibt es auch hier schon Probleme“, so Sonnier. Immer weniger Vereinsmitglieder haben Lust, sich mehrere Tage frierend hinter eine Glühwein-Theke zu stellen. Genau dies wurde nun scheinbar auch den Mittelstädten Neunkirchen und St. Ingbert zum Verhängnis. Insbesondere in St. Ingbert streikten die Vereine. Zugleich zog es die professionellen Händler, die auf Gewinn angewiesen sind, eher auf die großen Märkte.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein