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„Keine Zusammenlegung von Pop- und Klassikfestival“

Ulrich Commerçon.

Ulrich Commerçon.

Wenn alles so läuft, wie von der großen Koalition geplant, wird es vom Jahr 2017 an drei Musikfestivals im Saarland geben: alle zwei Jahre ein Popfestival (rund eine Million Euro Etat), eine neue Klassikbiennale (750 000 Euro) sowie die alteingeführten, aber staatlich nicht mehr geförderten Musikfestspiele Saar (1,5 Millionen Euro). Droht eine Sponsorengeld verschleißende Konkurrenzsituation? Vor einer Zersplitterung der Finanz-Kräfte warnt die hiesige Musikszene.

 

Doch Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) hält weiterhin an den Plänen fest, zwei neue Festivals ins Laufen zu bringen. Eine langfristige Verzahnung des neuen Klassikfestivals (ab 2018) mit dem Popfestival (ab 2017) zu einem stilübergreifenden großen Musikfestival – eine Idee, die hiesige Akteure kürzlich in die Diskussion brachten –, lehnt der Minister rigoros ab. Auf Nachfrage erklärte Commerçon: „Davon halte ich gar nichts. Es würde die Dinge vermischen.“ Außerdem gäbe es für die Idee eines übergreifenden Musikfestivals keine „Beschlusslage im Kabinett“. Hauptgegenargument Commerçons ist, dass das Festival „Colours of Pop“ durch die Verschmelzung mit der Klassik seinen Alleinstellungs charakter aufgäbe. Das Popfestival solle ja nicht nur Musik transportieren, sondern in Grenzbereiche anderer Künste vorstoßen.

 

Doch auch das neue Klassikfestival soll sich bekanntlich vom Star-Reigen-Gastspiel-Modell abheben, das die Musikfestspiele praktizieren, neben denen das neue Format sich etablieren muss. Wie die SZ erfuhr, ist für Oktober eine Ministerrats-Vorlage für das neue Klassikfestival geplant. Die Kabinettsentscheidung ermöglicht dann erst die Ausschreibung für den „Wettbewerb der Ideen“, von dem Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sprach, als sie im Frühjahr die Gründung der neuen Klassik reihe anstieß. Danach reichte sie die Umsetzung an das Commerçon-Ministerium weiter. „Wir suchen erst mal Konzepte, keine Köpfe“, so der Kultusminister. Unter Zeitdruck sieht er die Klassik-Neu-Unternehmung nicht. Es habe bereits drei ernst zu nehmende Initiativbewerbungen mit Programmen gegeben, die 2018 ohne Probleme umsetzbar wären.

 

Auch der kulturpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Thomas Schmitt hält den Zeitplan, den Experten, so SZ-Recherchen, als zu knapp einschätzen, für realistisch und befürwortet die Trennung von Pop und Klassik. Eine Zusammenlegung würde zu Irritationen führen. Jedes Musiksegment habe nun mal sein spezielles Zielpublikum. Sollten die Musikfestspiele vielleicht doch auslaufen, sollte deren Stammpublikum eine neue Heimat haben. Schmitt: „Das Land verträgt Belebung. Es ist gut, wenn zwei neue Festivals entstehen.“
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