Saarland: Neunkirchen-Wellesweiler, Wellesweilerstraße: Vollsperrung auf Grund von Reinigungsarbeiten nach einer Ölspur. (20:04)

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Keiner geht mehr hin: Saarlands Kirchen bleiben leer

Saarbrücken. Im Saarland sinkt die Zahl der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder stetig. Doch nur an wenigen Orten haben die Kirchengemeinden und die Kirchenorganisationen klare Vorstellungen welche Kirchengebäude und Gemeindezentren für eine andere Verwendung abgegeben werden können. In der Union Stiftung in Saarbrücken versammelten sich mehr als 200 Interessierte um einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wohin mit den leerstehenden Gotteshäusern?“ zu folgen.

Gerade im ländlichen Raum sei die Kirche die letzte funktionierende Einrichtung, stellte Christoph Freitag, Diözesanbaumeister im Generalvikariat Tier fest. „Wir verlieren unseren Mittelstand“, sagte Freitag. Dem Bistum Trier stürben jedes Jahr 10.000 Katholiken einfach weg, das seien genau diejenigen, die das kirchliche Leben tragen. In der evangelischen Kirche entfällt im Kirchenkreis Saar West alle drei Jahre eine Pfarrstelle, gab der Superintendent Christian Weyer an.

Damit stehen die derzeitigen Strukturen in Frage. Viele Kirchen seien im Nachkriegsdeutschland der 50er Jahren errichtet worden, als noch 40 bis 45 Prozent der Menschen den Gottesdienst besuchten, sagte Freitag. Thomas Frings, katholischer Pfarrer in Münster wies darauf hin, dass in den Jahren von 1960 bis 1980 fast jede Kirche ihr eigenes Gemeindezentrum bekommen habe. „Im Pfarrzentrum findet mehr Leben statt, als in der Kirche“, so Frings.

Heute harmonieren Gebäude- und Gemeindegröße oftmals nicht mehr miteinander. „Gemeinde kann sich in den großen Räumen nicht mehr als Gemeinde erfahren.“, unterstrich Freitag. Benedikt Welter, Dechant der Katholischen Kirche in Alt-Saarbrücken stelle die Frage, „Welche Räume brauchen wir?“. Die notwendigen Veränderungen einzuleiten fällt vielfach schwer. „Presbiterien sind oft nicht bereit zu kooperiern“, beklagt Superintendent Weyer. Dabei sei ein langfristig geplantes Vorgehen unabdingbar. „Man kann eine Kirche nicht in zwölf Monaten schließen“, bemerkte Welter. adr

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