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Keiner hilft: Vielen Scheidtern steht das Wasser bis zum Hals

Scheidt. Grundwasser macht rund 30 Scheidter Familien schwer zu schaffen. Sie alle wohnen an der Kaiserstraße auf der Seite von Esch- und Schwarzenberg kurz hinter dem Ortseingang aus Richtung Schafbrücke. Alle haben entweder nasse Keller oder einen „See“ im Garten. Und das schon seit Jahren – immer wieder in unregelmäßigen Abständen.

Ein 100 Quadratmeter großer „See“

„Vor ungefähr 16 Jahren ist das Problem zum ersten Mal aufgetaucht“, berichtet Roland Haas, betroffener Anlieger. Bei ihm drängt Grundwasser im Garten ans Tageslicht und staut sich derzeit zu einem etwa 100 Quadratmeter großen „See“. Wie groß und tief der „See“ wird, hängt vom Regen ab – erläutert Haas und stapft mit Gummistiefeln durch etwa fünf Zentimeter tiefes Wasser.

Alle 30 betroffenen Familien, so erläutert Haas, fürchten sich vor Wasserschäden an ihren Häusern. So auch Gerda Schwitzgebel, die vor 45 Jahren in ihr damals neu erbautes Haus gezogen ist. „1965 war alles noch trocken“, sagt sie. Mittlerweile läuft ununterbrochen eine Wasserpumpe im Keller – sonst stünde das Wasser dort zehn Zentimeter hoch.

Niemand ist zuständig

Haas, Schwitzgebel und ihre Leidensgenossen haben bereits bei der Stadt, bei den Stadtwerken und im Umweltministerium um Hilfe gebeten. Vergeblich. Weder Stadt noch Stadtwerke oder das Umweltministerium betrachten sich als zuständig – musste Haas erfahren.

Gründe  könnte es viele geben

Trotzdem luden Stadt, Stadtwerke und Ministerium am 18. November 2009 zum Info-Abend in die Grundschule, um den Scheidtern das Problem zu erklären. Dabei erfuhren Haas, Schwitzgebel und ihre Leidensgenossen: Gründe für die nassen Keller und Gärten könne es viele geben. Einige Scheidter vermuteten einen Zusammenhang mit den Trinkwasserpumpen der Stadtwerke in der näheren Umgebung. Doch die Stadtwerke pumpen nach eigener Aussage seit Jahren dieselben Fördermengen. Aber nicht aus der Erdschicht, aus der das Grundwasser in die Häuser drückt. Sondern aus einer Schicht, die rund 40 Meter tief liegt. Eine dritte, wasserundurchlässige Schicht trennt die beiden anderen. „Da besteht kein Zusammenhang“, versichert Stadtwerke-Sprecherin Christa Horn.

Dieses Wasserproblem wird immer größer“


Das bestätigt auch Hilmar Naumann vom Umweltministerium. Er vermutet: „Durch verschiedenste Baumaßnahmen könnte das Tal zeitweise trocken beziehungsweise wieder feucht geworden sein.“ Entwässerungsgräben sowie eine flächendeckende Drainage könnten das Problem möglicherweise lösen. „Die Einwohner müssten dann eventuell mit der Stadt übereinkommen, damit sie das Wasser in die Abwasserkanäle ableiten könnten“, sagt Naumann. Die geplante Renaturierung des Scheidterbachs, so glaubt Neumann, werde wohl an der Situation nichts ändern. Die Grundstücke lägen einfach zu tief. Da müsste außerdem der Bachlauf um mehrere Meter tiefer gelegt werden. Aber das wiederum würde den natürlichen Wasserhaushalt in der Gegend stark verändern. Zur Zeit fließt der Bach in Betonhalbschalen – und sein Wasserspiegel liegt weit höher als es die Natur ursprünglich eingerichtet hatte.

Haas, Schwitzgebel und ihren Leidensgenossen geht es – wie sie ausdrücklich betonen – nicht um Schuldzuweisung. Sie bitten einfach um Hilfe. „Dieses Wasserproblem wird immer größer“, bestätigt der Bezirksbürgermeister von Dudweiler, Walter Rodermann, dem das Problem bestens bekannt ist.

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