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Keramikhersteller will sein IT-Wissen vermarkten

Villeroy & Boch will mit einem Partner sein IT-Wissen vermarkten.

Villeroy & Boch will mit einem Partner sein IT-Wissen vermarkten.

Mettlach. Der Keramikhersteller Villeroy & Boch (V&B) bietet zukünftig auch IT-Beratung an und lagert seinen IT-Betrieb aus. Das haben V&B sowie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Rödl & Partner aus Nürnberg gestern bekannt gegeben. 
V&B und Rödl & Partner haben demnach vereinbart, zwei neue Unternehmen ins Leben zu rufen: ein Beratungsunternehmen namens „Rödl System Integration“ (RSI), das das über viele Jahre angesammelte IT-Wissen bei V&B vermarkten soll und an dem der Keramikhersteller mit 49 Prozent, Rödl & Partner mit 51 Prozent beteiligt ist. Außerdem ein IT-Betreiberunternehmen namens „Rödl IT Operation“ (RIO), eine hundertprozentige Tochter der Nürnberger Beratung.
RSI hat zur Aufgabe, das IT-Wissen von Villeroy & Boch auch anderen Mittelständlern zur Verfügung zu stellen. „Über viele Jahre haben wir die weltweite IT-Verwaltung für Villeroy & Boch aufgebaut. Dabei ist viel Know-how zusammengekommen, und wir haben uns die Frage gestellt, wo wir das in Zukunft einsetzen können“, so beschreibt Thomas Ochs, IT-Chef bei Villeroy & Boch, die Idee der Beratung. Über RSI hätten die IT-Mitarbeiter nicht nur die Möglichkeit, ihr Wissen anderen Unternehmen zugänglich zu machen, es böten sich auch Entwicklungschancen durch die neuen Aufgaben, sagte Ochs.
RIO wiederum wird als reines Betreiberunternehmen die IT von Villeroy & Boch übernehmen und verwalten. Das Mettlacher Rechenzentrum werde in den IT-Verbund von Rödl & Partner mit Rechenzentren in Nürnberg und Selb eingebunden, sagte Axel Knobe, Vorstand der Rödl Consulting AG. Innerhalb dieses Verbunds sei angestrebt, weitere Kunden für den IT-Betrieb zu gewinnen. Bereits jetzt ist RIO über einen zehnjährigen Dienstleistungsvertrag mit V&B gut versorgt: Das angestrebte mittelfristige Umsatzziel von 20 bis 30 Millionen sei „mehr als eine Verdopplung“ des Startumsatzes, sagte Knobe. Dabei profitiert auch V&B: Die Auslagerung soll Einsparungen in Höhe von 20 Prozent ermöglichen. Der Zusammenschluss sei aber nicht in den Sparanstrengungen bei V&B begründet, sondern habe vor allem strategische Gründe, betonten Ochs und Knobe.
Dass Rödl & Partner gerade mit V&B zusammengegangen ist, begründet Knobe einerseits mit der eigenen Ausrichtung – „Wir verstehen uns als Partner für den deutschen Mittelstand“ –, der weltweiten Bekanntheit des Keramikherstellers, aber ganz besonders mit der fachlichen Leistung, die V&B mit der IT-Integration sämtlicher Standorte weltweit in ein einheitliches System geschafft habe.  Letzteres sei die Grundlage, um anderen Unternehmen bei der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse und der Implementierung von IT-Lösungen zu helfen.
Zwar wird der Hauptsitz beider Gesellschaften in Nürnberg sein, aber Knobe setzt darauf, dass ein Großteil der Mitarbeiter im Saarland sitzen wird. RSI startet mit 30 bis 40 Mitarbeitern, die von V&B direkt in die Beratungsgesellschaft übergehen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren will Knobe die Zahl der Mitarbeiter verdoppeln – wobei auch rund 30 Rödl-Mitarbeiter in das Unternehmen wechseln sollen. 22 Mitarbeiter wiederum werden in die Betreibergesellschaft RIO wechseln. Auch hier erwartet er mittelfristig Zuwachs. Dass er qualifiziertes Personal nach Mettlach bekommt, da ist Knobe nicht bange: „Das Saarland hat eine hervorragende Uni- und IT-Landschaft“, sagt er.
Ochs wird als IT-Direktor noch mit einer Kernmannschaft von rund 30 Mitarbeitern bei V & B bleiben. „Nach und nach sollen diese Mitarbeiter auch in die anderen Gesellschaften wechseln.“

Meinung
Ein mehrfacher Gewinn


Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

 
Zuallererst ist die Nachricht, dass Villeroy & Boch seine IT auslagert. Damit ist der Hersteller nicht alleine – viele andere Unternehmen gehen diesen Weg, um Geld zu sparen.
Und doch ist der Mettlacher Weg anders als das gewöhnliche Outsourcing. Denn der Hersteller hat dafür Sorge getragen, dass die Investitionen, die V&B über Jahre in die IT gesteckt hat, nicht verloren gehen. Über die Beteiligung an der IT-Beratung werden sie in klingender Münze zurückfließen. Und da die Mitarbeiter in Mettlach bleiben können, ist auch unwahrscheinlich, dass dieses Wissen schon bald wieder über Abwanderungen verloren geht.
 



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