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Keramikkonzern Villeroy & Boch will dieses Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben

Villeroy & Boch ist in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2010 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nachdem im Vorjahreszeitraum vor allem wegen der Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen ein Verlust von 57,7 Millionen Euro angefallen war, kam der Konzern nun auf einen leichten Gewinn von 0,8 Millionen Euro.

Villeroy & Boch ist in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2010 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nachdem im Vorjahreszeitraum vor allem wegen der Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen ein Verlust von 57,7 Millionen Euro angefallen war, kam der Konzern nun auf einen leichten Gewinn von 0,8 Millionen Euro.

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Merzig. Die ernsthaften Probleme aus dem Kreis der Aktionäre hielten sich bei der Hauptversammlung des Mettlacher Keramik-Konzerns Villeroy.& Boch (V&B) am Mittwoch in Grenzen. Die einzige gemeinsame Forderung von Erhard Braun (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, SdK) und Ulrich Hocker (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, DSW) war, dass „bei Villeroy.& Boch endlich mal Frauen in Aufsichtsrat gehören“. Das monotone Ein- und Zweireiher-Grau der Anzugträger auf dem Podium der Stadthalle Merzig hatten die Aktionärsschützer wohl zu dieser Initiative veranlasst.

Peter Prinz Wittgenstein, Vize-Vorsitzender des Aufsichtsrats, gelobte Besserung – „zumal wir viele schöne Dinge herstellen, die vor allem Frauen ansprechen“. Wittgenstein leitete die Hauptversammlung für den erkrankten Aufsichtsratschef Wendelin von Boch-Galhau – er unterzog sich einer Herzoperation (Bypass).

Dass die Krise den Mettlacher Konzern im vergangenen Jahr voll erwischt hatte, führte Vorstandschef Frank Göring den Aktionären deutlich vor Augen. Der Umsatz war um 14,9 Prozent auf 715,3 Millionen Euro in den Keller gerauscht. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderaufwand lag bei minus 1,7 Millionen Euro. Doch der Vorstand handelte rasch und leitete erhebliche Restrukturierungs-Maßnahmen ein, so dass das Ebit nach Sonderaufwand bereits bei minus 85,7 Millionen Euro landete. Die Kosten aller angestoßenen Vorhaben (Abfindungen oder Standort-Schließungen) wurden bereits in der Bilanz 2009 berücksichtigt.

Der Tritt auf die Kostenbremse wirkte. So wurden die Personalaufwendungen um 31,5 Millionen gesenkt und die Sachkosten um 27,4 Millionen. Im Personalbereich baute der Konzern unter anderem in der Verwaltung 250 Stellen ab, verfügte einen Einstellungstopp, verzichtete auf Leiharbeiter und fuhr Kurzarbeit. Im Sachkostenbereich wurden unter anderem die Einkaufspreise neu verhandelt, auf externe Berater und Dienstleistungen verzichtet, Reise- und Bewirtungs-Etats zusammengestrichen. Außerdem kündigte Göring an, dass für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividende fließt. Das inspirierte DWS-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker dazu, daran zu erinnern, dass die Inhaber der stimmrechtslosen Vorzugsaktien womöglich ein Stimmrecht erhalten, wenn 2010 die Dividende wieder ausfällt. Göring quittierte das mit einem säuerlichen Lächeln.

Doch er glaubt, dass der Konzern in diesem Jahr wieder dauerhaft in die schwarzen Zahlen zurückkehrt und ein Ebit von zehn Millionen Euro erwirtschaften kann. Die Zeichen dafür stünden gut. Wenn die Restrukturierung im Jahr 2012 voll greift, sei dann – selbst bei gleichbleibendem Umsatz – sogar ein Ebit von 40 Millionen Euro möglich.

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