L365 Nonnweiler Richtung Weiskirchen Zwischen Sitzerath und Wadrill Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn Totes Wildschwein (05:38)

Priorität: Sehr dringend

12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Kessler-Kompromiss: Mehr Lehrer, kleinere Klassen

Saarbrücken. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) hat in Sachen Gemeinschaftsschule die Tür zu einem Kompromiss mit der Linken geöffnet. Mit Blick auf die Forderung der Linken, den Unterrichtsausfall durch zusätzliche Lehrerstellen zu vermindern, sagte er der Saarbrücker Zeitung, zwar gebe es „im Saarland keinen strukturellen Unterrichtsausfall an allgemeinbildenden Schulen“. Allerdings seien „zusätzliche Lehrerstellen für die Bildung kleinerer Klassen, die unter pädagogischen Gesichtspunkten sinnvoll sind, und für einen Zuwachs an Neuanstellungen stets wünschenswert“.

26 Schüler pro Klasse

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass die Jamaika-Koalition ohnehin neue Lehrerstellen benötige, um – wie sie es der Opposition bereits angeboten hatte – die durchschnittliche Klassengröße in den Klassen 5 bis 10 an jedem Schulstandort auf 26 Schüler zu begrenzen. Seines Erachtens wäre es sinnvoll, die Klassengrößen nicht so weit zu senken und die zusätzlichen Lehrerstellen stattdessen dazu zu verwenden, um den Unterrichtsausfall zu vermindern. Er betonte, dass viele Eltern den Unterrichtsausfall gegenüber der Linken als großes Problem benannt hätten. Dabei, so Lafontaine, stelle sich die Frage, was kleinere Klassen nützten, wenn der Unterricht ausfalle.

Kessler antwortete auf die Frage der SZ, wie viele Lehrerstellen die Koalition gegenüber dem Status quo neu schaffen müsste, um die durchschnittliche Klassengröße je Standort auf 26 Schüler zu senken, dazu seien „zusätzlich 55 Vollzeit-Lehrerstellen erforderlich“. Lafontaine hatte zuvor von 100 zusätzlichen Stellen zur Senkung des Unterrichtsausfalls gesprochen, dies aber nur als eine Beispielgröße bezeichnet.

Schaffung  zusätzlicher Lehrerstellen rundweg abgelehnt

Christdemokraten und Liberale hatten am Montag die Schaffung zusätzlicher Lehrerstellen rundweg abgelehnt. Aus Sicht von FDP-Fraktionschef Christian Schmitt wäre dies „haushaltspolitisch nicht darstellbar“. CDU-Fraktionschef Klaus Meiser vertrat die Ansicht, dass es „eine diesbezüglich eigene Verhandlung mit der Linken nicht geben“ werde.

Beim Thema Unterrichtsausfall wird üblicherweise unterschieden zwischen strukturellem und krankheitsbedingtem Unterrichtsausfall. Wenn das Ministerium erklärt, dass es an allgemein bildenden Schulen – übrigens anders als an den Berufsschulen – keinen „strukturellen“ Unterrichtsausfall gebe, schließt das krankheitsbedingten Unterrichtsausfall nicht aus. Insgesamt gibt es an den allgemein bildenden und den beruflichen Schulen im Saarland nach Angaben des Bildungsministeriums derzeit 8392 Lehrkräfte. Im Koalitionsvertrag ist festgelegt, dass „alle aufgrund rückläufiger Schülerzahlen rechnerisch frei werdenden Lehrerstellen“ für „bildungspolitische Maßnahmen“ eingesetzt werden sollen – nicht zuletzt zur „Vermeidung von Unterrichtsausfällen“.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein